Drizzt: 01: Der dritte Sohn

Warum auch immer: bislang ist die Hörspielreihe DRIZZT völlig an mir vorbeigezogen, was sich hiermit ab sofort ändern soll. Schon in frühen Jahren habe ich mich mit der Fantasywelt, die die Vergessenen Reiche umfasst, in Form von Computerspielen (und später auch mit einem kurzen Abstecher in Pen&Paper AD&D, bevor ich mich dann MERS und DSA verschrieben habe) beschäftigt, um die Romane von R.A. Salvatore habe ich aber irgendwie immer einen Bogen gemacht, nicht zuletzt auch aus dem Grund, weil ich bereits die Shannara-Reihe gelesen habe und für eine weitere Fantasy-Saga keine Zeit war. Entsprechend fehlt mir nun das Vorwissen der Bücher, welches angeblich fürs Verständnis der Serie unumgänglich ist. Ich bin da anderer Meinung.

Die Welt der Drow ist hart und unerbitterlich. Unter der Erde, wo die Sonne niemals scheint, lebt das Volk der Dunkelelfen. Ihr ganzes Leben basiert auf Mord, Hinterlist und Verrat. Angeführt von den Frauen der einzelnen Häuser, ergebene Diener einer Spinnengottheit, und von klein auf zum Töten erzogen. So unwirtlich das ganze auch klingen mag, das grausame System scheint auf diese Weise und durch brutale Bräuche auch zu funktionieren.
Am Tag, an dem das Haus Do´Urden in der Hierarchie aufsteigen will, indem es ein anderes Haus komplett auslöscht, wird DRIZZT geboren. Als dritter Sohn ist sein eigentliches Schicksal, direkt nach der Geburt (aber erst, nachdem er einen Namen erhalten hat) der Spinnenkönigin zum Opfer dargebracht zu werden, doch Brudermord rettet ihn in letzter Sekunde, da er nun der zweite lebende Nachkommen ist.
Seine Jugendjahre sind geprägt von Prügel und der Indoktrination des Glaubens an die Spinnenkönigin sowie die Unterwerfung gegenüber der Hohepriesterin, doch schon früh zeigt sich, dass DRIZZT etwas besonderes ist, denn er kann sowohl in der Dunkelheit wie auch im Hellen gleichgut sehen. Des weiteren erweist er sich als besonders gut im Umgang mit Klingen und wird fortan von Waffenmeister Zaknafein (welches auch sein Vater ist) in den Kampfkünsten unterwiesen. Nach aussen gibt sich DRIZZT eher ruhig, auch wenn er durch kleinere Widerworte häufig als Rebell gesehen wird (absolute Unterwerfung liegt ihm nicht sonderlich)…

An dieser Stelle auf jede Einzelheit, die in „Der dritte Sohn“ geschieht, einzugehen, würde zu weit führen, denn jede noch so unwichtige Kleinigkeit kann sich später noch als wichtig erweisen, wie ich schon das ein oder andere mal festgestellt habe. Möglicherweise sind es diese Dinge, die an anderer Stelle oft kritisiert werden, da sie in den Büchern klarer herauskommen, nichtsdestotrotz dürfte klar sein, dass ein Hörspiel hier einige Kürzungen vornehmen muss, um sich vom Hörbuch zu unterscheiden.

An Bombast und tollen Sprechern mangelt es DRIZZT definitiv nicht: die musikalische Untermalung sowie Hintergrundgeräusche wie Schlachtengetümmel machen es einem sehr einfach, sich in die jeweiligen Situationen hineinzuversetzen, und unweigerlich spielt das Kopfkino Bilder ab, die sich auch gut in „Der Herr der Ringe“ gemacht hätten. Besonders hervorheben möchte ich Tobias Meister, der mit seiner charismatischen Stimme perfekt in die Rolle passt. Die gefühlskalte Rücksichtslosigkeit, die er DRIZZT verleiht, ist beeindruckend, und lässt sich weniger mit seinen Brad Pitt-Synchronisationen als viel mehr mit „24-Jack Bauer“ in Einklang bringen.

Ich bin mehr als gespannt, wie die Geschichte um den Dunkelelfen weitergeht, aber nicht nur das: auch die Machtintrigen, die um ihn herum geschehen, sind spannend inszeniert und lassen mich in freudiger Erwartung auf Teil 2 „Im Reich der Spinne“.

Schreib einen Kommentar