Interview: Last One Dying

Auf Tour mit Raunchy! Ein richtig dickes Release in der Hinterhand, das quasi in den Startlöchern steht! Wie fühlt sich das an?

Mit einem Wort gesagt: gut! Wir spielen jetzt erstmals richtig viele Songs vom neuen Album und merken, dass die gut ankommen. Das macht Spaß!

Wie ist die Tour bislang gelaufen?

Sehr gut, das ist jetzt der vierte Tag, davor hatten wir noch zwei Gigs, die nicht direkt dazu gehörten, also quasi der sechste Tag. Wir haben viel Spaß, insbesondere mit Mantas, das ist die Hauptsache. Das passte menschlich von der ersten Sekunde an, da hatten wir aber auch keine Bedenken.
Wir hatten bislang das Glück, dass die Clubs recht gut besucht waren, obwohl bislang immer riesige Konkurrenzveranstaltungen waren. Wir haben gestern in Berlin gespielt, direkt nebenan waren Unearth, den Tag davor waren wir in Hamburg, und in nem anderen Club haben Soilwork gespielt, aber das hat sich gar nicht so sehr negativ ausgewirkt.
Die Resonanz vom Publikum ist bislang immer sehr gut gewesen. Im Vergleich zu früheren Bands kommt das ganze irgendwie besser an.

Wie seid ihr an diese Tour herangekommen?

Wir wollten eigentlich im Oktober eine Tour spielen, das haben wir unserem Booker gesagt, und der hat uns das dann mit Raunchy angeboten. Somit ist es dann doch November geworden.

Wie bewältigt ihr das zeitlich mit eurem “normalen Leben” (ich gehe mal davon aus, dass LAST ONE DYING noch nicht genug abwirft, um davon als Band zu leben)?

*lachen* Es reicht für einen, also für mich reicht es. Die anderen wissen ja gar nicht, was da auf den Konten passiert. Nein, Spaß bei Seite, es ist schwierig, die Sachen zu klären, entsprechend muss das alles mit Absprache laufen. Wir regeln dass über Email-Verteiler.

Ihr werdet auf dieser Tour von Venom´s Mantas. Wie ist es dazu gekommen? Ihr seid ja nun eher in die moderne Ecke des Metal einzuordnen (wenn man nicht von Metalcore sprechen will)!?!

Mantas ist ein Mensch, der nicht mit Scheuklappen durch die Welt gegangen ist und sich entsprechend weiterentwickelt hat. Er hat sich gut auf die Sachen vorbereitet und daher waren die ersten Proben dann von vornherein mit einer Selbstverständlichkeit versehen, als wäre er schon immer in der Band. Aber es ist ja wohl eher eine Genre-bedingte Frage gewesen, oder? Er ist ja, wie man sagt, der Erfinder des Blackmetal. Ich habe persönlich früher sehr viel Blackmetal gehört, auch diesen nordischen Kram, und habe mich halt auch mit den Roots beschäftigt, und das waren unter anderem Venom. Das kann man natürlcih nicht mehr mit dem vergleichen, was er jetzt in seiner neuen Band ‚Drill’ macht.
Für mich bedeutet Metal auf die Bühne gebrachte Energie, und diese Energie haben wir, und Mantas hat die auch, und das passt.

Wie es dazu gekommen ist?

Unser Schlagzeuger spielt zusammen mit Mantas bei Drill. Er hat ihm dann irgendwann mal den Last One Dying-Kram gezeigt, und er war sehr angetan. Aus der Idee heraus, dass der ja auf dem Album ein Solo einspielen könnte, ist dann auf dem Weg zu einem Konzert der Gedanke gewachsen, er könnte uns auf der Tour begleiten. Wir haben ihn kackendreist gefragt, und er war sofort begeistert.

Wie viel Zeit investiert ihr derzeit in die Band? Dass Mails, Myspace und Homepage einiges auffressen, ist klar, aber ich meine eher so die Zeit am Instrument…

Wir proben zwei mal die Woche. Wir würden gerne öfters proben, aber das ist natürlich schwierig zu realisieren. Wir versuchen, für die Band so viel Zeit wie möglich zu investieren. Man kann gar nicht genug Zeit einsetzen, obwohl man natürlich auch Gefahr läuft, schneller auszubrennen.

Wer kümmert sich um eure Texte? Schreibt nur einer? Wo kommen die Ideen dazu her?

Ja, das mache nur ich (Hades). Früher habe ich versucht, das, was man aus dem Metal her kennt, selbst irgendwie umzusetzen. Heutzutage ist bedeutend mehr von mir selbst in den Texten. Wie schon gesagt, Metal hat für mich sehr viel mit Wut zu tun, und ich bin in vielen Dingen ein sehr wütender Mensch. Ansonsten lasse ich mich aber auch von anderen Dingen inspirieren, ich habe Sprachwissenschaften studiert, und jetzt auf dem neuen Album habe ich auch einen Songtext (Annabel Lee) inhaltlich frei nach einem Gedicht von Edgar Allan Poe geschrieben. Allerdings auf abgefucktere Herangehensweise.

Was sind die nächsten Schritte? Gibt es da schon einen Masterplan, den ihr verraten dürft?

Der Masterplan ist: wir kommen zurück, haben Post von den ganzen Labels, jeder will uns haben… Nein, wir stehen in Verhandlung mit ein paar Labels, deren Namen allerdings noch nicht genannt werden dürfen, dann bringen wir die Scheibe hoffentlich bald raus, denn wir wollen, dass sich die Leute mit den neuen Songs beschäftigen können und uns ihre Meinung dazu sagen können.
Mit den Aufnahmen sind wir jetzt seit zwei Monaten durch, jetzt sind noch ein paar Kleinigkeiten im Artwork etc. zu klären.

Soviel hierzu, nun die Pflichtübung: zehn Fragen, die in meiner Interviewreihe immer die selben sind: Kreuzfeuer.

Zu Hause:
01.)
Wie schreibt ihr eure Songs? Hat irgendwer die Initialidee, oder kommt das ganze eher aus dem Spielen heraus, oder doch ganz anders?

Das ist glaube ich wie in jeder Band. Da kommt jemand mit einer Idee, die wird dann verwurstet, daraus entwickelt sich etwas, und hinterher klingt es unter Umständen gar nicht mehr nach dem, was es ursprünglich mal war. Bei uns kommen auch viele Riffideen von unserem Schlagzeuger, der unglaublich gut arrangieren kann, unser anderer Gitarrist ist unglaublich kreativ zu Hause, es gibt Phasen, da fallen ihm die Riffs aus der Hand auf die Saiten, die beiden arbeiten da sehr eng zusammen, und die restlichen drei bringen sich bestmöglich kreativ mit ein.

02.)
Was tut ihr neben Musik machen in Eurer Freizeit noch so?

Ganz normal, wir zocken gerne, wir sitzen gerne gesellig zusammen, wir gehen gerne tanzen, haben Spaß zusammen, wir saufen auch mal gerne, wir essen auch gerne (gerne auch mehrmals täglich), viele von uns kochen auch gerne.

03.)
Ist LAST ONE DYING Beruf, Berufung, oder Hobby?

Eindeutig Berufung! Für Hobby ist das viel zu viel Zeit, die man da investiert, und für den Beruf reicht es halt noch nicht. Musik ist doch Leidenschaft!

Unterwegs:
04.)
Vegan, Straight, oder doch eher Sex, Drugs und Rock n Roll? Wie sieht euer perfektes Catering aus?

Ganz klar letzteres. Fleisch, Fleisch, Fleisch!

05.)
Wenn ihr es aussuchen könntet, wer wäre auf euerer Headliner/Support-Tour die favorisierte Support/Headliner-Band?

Wir würden gerne, wenn das jemals machbar wäre, mit Strapping Young Lad oder Devin Townsend auf Tour gehen, aber der sitzt ja in seinem Studio fest. Das wird wohl nie dazu kommen. Würden wir als Headliner unterwegs sein, würden wir wohl eher eine unbekannte Band mitnehmen, für die sich das dann auch lohnt.

06.)
Was war das bisher größte Tour/Live-Erlebnis, das Euch passiert ist?

Da fallen mir zwei Sachen ein. Zum einen die Sepultura-Tour, die war grandios, auch menschlich, zum anderen am Vorabend des Summer Breeze Festivals, das war bestialisch. Die Leute sind regelrecht ausgetickt, fette Wall of death, das war unglaublich. Auch die Tour mit Callejon war super, da haben sich Freundschaften gebildet, das hat ne ganz andere Wertigkeit.

Merkwürdiges:
07.)
Ihr seid auf einer einsamen Insel gestrandet, und euer iPod ist kaputt. Er spielt nur noch einen (nicht-eigenen) Song ab. Welchen?

The unknown stuntman! *Gelächter* Das ist ne fiese Frage, warscheinlich ein Medley aus allem… Ein langer Song. Bin ich denn alleine auf der Insel?Ich würde ‚Vocal’ von Madrugada nehmen.

08.)
Wenn ihr als Band noch mal komplett von vorne anfangen könntet, was würdet ihr anders machen?

Nichts! Würden wir etwas anders machen, dann wären wir an einem anderen Punkt, als wir es jetzt wären, auch wenn man den einen oder anderen Fehler nicht gemacht hätte.

09.)
Wie viel bedeutet euch das, was ihr tut? Wo liegen die Grenzen?

Es ist mir unglaublich wichtig! Wenn du Musiker bist, dann bedeutet dir das alles! Eine Band zu haben, ist wie Familie, man hasst sich und liebt sich.

Die alles entscheidende Frage:
10.) Wenn es eine Frage gäbe, die ihr schon immer gestellt bekommen haben wolltet, die aber niemals gefragt wurde, wie würde sie lauten und was wäre die Antwort?

Wenn es eine Frage gäbe, die euch noch nie gestellt wurde, wie würde sie lauten und was wäre die Antwort… *an dieser Stelle bricht das Interview wegen Gelächter ab*

Splitted sagt danke für die Zeit und die ehrlichen Auskünfte!

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