John Sinclair: 51: Mannequins mit Mörderaugen

„Solo Morasso´s next topmodel“ lässt grüßen. Der Anführer der Mordliga hat den Plan, Frankreich zu erobern, indem er zunächst in den höchsten Kreisen die Leute mit Vampirismus befällt. Hierzu werden die seit langem im Geheimen gehaltenen Finalistinnen einer Castingshow gekidnapped und umgewandelt. Von alledem ahnt John Sinclair allerdings anfangs nichts.

Der Geisterjäger befindet sich auf dem Rückflug aus New York, wo er unlängst eine Zombie-Epidemie in ihrem Keim ersticken konnte, doch bei seinem Zwischenstopp in Paris gibt es Probleme mit dem Anschlussflug. Lediglich die Nachricht, Jane anzurufen, wartet auf ihn. Diese teilt ihm mit, dass das Sinclair-Team Urlaub von Sir John erhalten hat, und alle zusammen würden einen Ausflug nach Paris machen können. Lediglich Bill Conolly bleibt in England, um auf das Kind aufzupassen.
John und Suko verlaufen sich auf dem Flughafen und landen in der Frachtabfertigung, wo sie eher durch Zufall auf Lady X stoßen, die gerade vier Särge (in denen sich die Models befinden, die bereits zu Vampiren umgewandelt wurden) auf einen LKW verlädt. Es kommt zum Feuergefecht, und Lady X gelingt die Flucht, da Sinclair und Suko von der Flughafenpolizei festgehalten werden.
Nachdem die Damen des Sinclair-Teams eintreffen, steht zunächst eine Shopping-Tour an, um im Anschluss auf eine Modenschau zu gehen, wo (welch Überraschung) als Stargäste die vier Topmodels geladen sind, um die neuesten Kreationen vorzuführen. Die Veranstaltung wird nahezu nur von der High Society besucht. Doch noch bevor das erste Model den Laufsteg betritt, sacken die Zuschauer einer nach dem anderen auf ihren Stühlen zusammen: irgendjemand hat Gas in den Zuschauerbereich geleitet. Suko und Sinclair reagieren schnell und greifen zu ihren Waffen, müssen sich aber beide recht schnell dem Gas geschlagen geben…

Inhaltlich wird ‚Mannequins mit Mörderaugen’ in erster Linie durch Nebenhandlungen und haarkleinste Erläuterungen am Leben gehalten. Die eigentliche Hauptstory steht auf recht schmalem Fuß und könnte fast schon in zehn Minuten erzählt sein. Insgesamt ist die Folge auch gerade mal eine dreiviertel Stunde lang, aber irgendwie gelingt es dem Produktionsteam trotzdem, den Zuhörer spannende Unterhaltung zu bieten. Es handelt sich mal wieder um den ersten Teil einer Doppelfolge, was zumindest teilweise erklärt, warum vergleichsweise wenig in der Geschichte passiert.
Sprecher, Umgebungsgeräusche und Produktion an sich sind inzwischen über jeden Zweifel erhaben. JOHN SINCLAIR kann, so man denn Gefallen an den vorherigen Folgen gefunden hat, mittlerweile blind gekauft werden. Lediglich inhaltlich weist die aktuelle Folge eben ein paar Schwächen auf, und zwar nicht nur in Sachen Ergiebigkeit. Warum beispielsweise verliert Sinclair sofort nach der Schießerei im Flughafen das Interesse, herauszufinden, was Lady X und Tokata mit vier Särgen in Paris machen? Stattdessen findet er die Ruhe, mit seinen Freunden einkaufen zu gehen und eine Modenschau zu besuchen. Das entspricht nicht unbedingt dem Bild des unerbittlichen Jägers, das wir bislang von Sinclair hatten.
Aber abgesehen davon ist auch dieser Teil wieder ein absoluter Hörspielgenuss, der mit „Horrortrip zur Schönheitsfarm“ seine Fortsetzung findet.

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