Gabriel Burns: 32: Die, die nicht bluten

Danke! Volker Sassenberg bringt mit ‚Die, die nicht bluten’ endliche mal wieder eine Folge von Gabriel Burns raus, die man auch gleich beim ersten Hördurchlauf erfassen, begreifen und verarbeiten kann. Hatte ich bei den letzten Folgen immer wieder das Gefühl, ich hätte irgendwie den Anschluss verloren, so ist hier mal wieder ein Hörspielerlebnis, das ich auch ein paar Tage nach dem hören noch nahezu 1:1 rekapitulieren könnte. Das macht deutlich Lust auf mehr.

Joyce Kramer und Larry Newman sind uneins, was ihr weiteres vorgehen betrifft: weiter mit Bakerman operieren, dessen Entscheidungen sie in letzter Zeit häufiger fragwürdig fanden, oder weiter nach Steven Burns suchen? Doch sie haben keinen Anhaltspunkt, wo sie ihn finden sollten. Vor dem Elternhaus von Steven schauen sie sich eine Landkarte an, die durch den glühend heißen Schnee Feuer fängt und eine Markierung hinterlässt, die auf den Ort Lake Louis hindeutet. Ein Zeichen von Steven? Auch hierüber sind sie sich nicht einig, als plötzlich Larrys Telefon klingelt und Stevens Verläger Sonny Heseltine nach Steven fragt. Er würde dringlichst seine Hilfe benötigen, und wenn sie ihn erreichen könnten, er selbst wäre im Fairmount Chateau, einem Hotel zur Rehabilitation in den Rocky Mountains in Lake Louis… Nun sind sich Larry und Joyce schnell einig und machen sich sofort auf den Weg.
In besagtem Hotel befinden sich Komapatienten (u.a. Jana Heseltine), die hier rehabilitiert werden sollen. Doch die gesamte Szenerie erscheint unwirklich, und schnell wird klar, dass hier etwas nicht mit rechten Dingen zugeht. Den Patienten fehlen allen irgendwelche Gliedmaßen, doch auf den Ursprung der Amputationen lässt sich keine medizinische Erklärung finden.
Doch dann machen die zwei eine erschreckende Entdeckung: das Fairmount Chateau ist nichts anderes als eine Speisekammer mit Lebendnahrung für einen hinduistischen Dämon. Die Komapatienten sind alle irgendwann von den Fahlen gezeichnet worden und werden nun hier zusammengerufen, um ihrem eigentlichen Zweck zu dienen. Der indische Hotelkoch dient als Vorkoster für den Dämon…
Nebenbei erfahren wir noch, dass Steven derzeit zwischen den Horizonten hin- und herwandert, um nicht entdeckt zu werden, und versucht, durch das Eindringen in ihre Träume Jana zu retten. Die Fahlen jagen ihn und versuchen ihrerseits, alle Anker zu kappen, die Steven ins Diesseits binden.
Bakerman hat derweil operativ an Schmidt gearbeitet, sodass dieser hinter die Horizonte blicken kann, um nach Burns zu suchen…

Die Atmosphäre, die uns in dieser Folge überrollt, ist absolut düster und bedrohlich. Die Beschreibungen, die man als Zuhörer über sich ergehen lassen muss, sind derart anschaulich, dass man quasi schon ein exaktes Bild vor Augen hat, wie die Szenerie aussieht. Dass die Handlung wieder etwas einfacher nachvollziehbar gestaltet ist, empfinde ich als absolut positiv, denn so hat man deutlich mehr Lust darauf, sich auf die nächste Folge zu stürzen, wohingegen gerade die letzten Folgen teilweise derartig undurchsichtig waren, dass man lieber noch zwei-dreimal mehr einzelnen Szenen gehört hat. Ebenfalls positiv ist, dass auf Geschehnisse aus früheren Folgen zurückgegriffen und somit der Zusammenhang deutlicher dargestellt wird.
‚Die, die nicht bluten’ ist eine der bislang intensivsten und besten Folgen der Reihe. Insbesondere die Andeutungen von Bakerman sorgen dafür, dass wir absolut gespannt sind, wie es nun weitergeht.

Schreib einen Kommentar