Die Parasiten – Wat Fott Es, Es Fott…

Der Name des Albums verrät es bereits: DIE PARASITEN kommen aus Köln! Der Bandname lässt es vermuten: es geht hier irgendwie um Punk! Was man allerdings nirgendwo heraus erraten könnte, ist die Tatsache, dass diese deutschsprachige Punkrock-Combo (die sich Gott sei Dank nur im Albumtitel auf Kölner Dialekt machen) komplett weiblichen Geschlechts ist.
Ohne hier jetzt in irgendeiner Form frauenfeindlich zu wirken, aber eins muss gesagt sein: insbesondere am Schlagzeug machen Frauen meistens einen nicht ganz so überzeugenden Eindruck (als prominente Beispiele seien jetzt mal Lenny Krawitz oder The White Stripes genannt). DIE PARASITEN beweisen, dass es auch anders geht, und das eigentlich die komplette Reihe durch. Instrumental macht die ganze Geschichte wirklich viel her. Nicht nur, was die Bedienung der Gerätschaften betrifft, sondern auch in Bezug auf die Aufnahme gibt es wenig, was man bemängeln könnte. Der Gesang, besonders dann, wenn er zweistimmig wird, macht aus den ohnehin schon guten Songs etwas Besonderes. Mal rotzfrech, dann wieder kuschelweich entfaltet sich die Stimme von rAff über die Tracks.
Insgesamt gibt es zehn Songs auf die Ohren, die allesamt einen anderen Ton anschlagen. Leider haben die Lieder alle auch noch etwas anderes gemein: die Texte bewegen sich alle auf einem recht inhaltsleeren Niveau. Die Erkenntnis, dass man die Zeit nicht zurückdrehen kann, dass manche Männer beziehungsunfähig sind, dass die eigenen Lieder doch die tollsten sind bis hin zu dem Punkt, wo man bemerkt, dass man nicht allen Klischees entsprechen muss, um etwas auszudrücken oder einer bestimmten Gruppierung zuzugehören; all das sind die gedanklichen Schwergewichte, mit denen sich DIE PARASITEN herumschlagen. Nicht gerade besonders sozial-oder sonst was-kritisch, aber egal. Solange die Musik einen unterhält, ist das von meiner Seite aus in Ordnung, und das tut sie definitiv.
Um die Musik der Damen zu beschreiben, könnte man jetzt irgendwelche Vergleiche auflisten, die alle nicht wirklich passen würden. Am ehesten kann man sie wohl als weibliche Antwort auf Die Ärzte bezeichnen. Nicht nur von der Instrumentierung und Umsetzung von Ideen her passt dies, sondern auch darin, dass man ihnen den Spaß anmerkt, den sie beim Musizieren haben. Und das zeigt sich auch in der Kontinuität, mit der sie ihre Alben herausbringen. Seit ihrer Debüt-EP im Jahr 2000 haben sie nun zwei Alben und drei weitere EP´s unters Volk gebracht.
Warum diese Band noch kein Label gefunden hat, das ihr Potential auch völlig ausschöpft, bleibt für mich ein Geheimnis. Fünf Damen, die freche Songs machen, dabei auch noch ansprechend aussehen und ihre ernsthaften Absichten durch nun acht Jahre Bestehen klar gemacht haben dürften, da muss sich doch irgendjemand finden, der das auch vernünftig vermarkten will!?! Wenn jetzt noch die Texte ein wenig mehr pfiff erhalten, dann ist das ein echter Tipp für große Festivals!

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