Godsplague – H8

Finnlands Antwort auf Slipknot heißen GODSPLAGUE! Auch wenn die Band bereits seit über zehn Jahren teilweise noch in anderer Besetzung und unter anderem Namen unterwegs ist, so hatte ich bis zu ihrem nun vorliegenden dritten Volllängenalbum ‚H8’ noch nichts von ihnen gehört. Dabei spielt mit Euge Valovirta einer der besten finnischen Gitarristen in dieser Band, und auch Drummer Atte Sarkima hat sich unter anderem als Tourdrummer für Amorphis einen Namen gemacht. Was die beiden gemeinschaftlich in ihrer eigenen Band bewerkstelligt bekommen, erfahrt ihr hier.
NewMetal, wie er seit ein paar wenigen Jahren im Buche steht. Brutal, metallisch, wenige, dann aber gekonnt eingesetzte Melodien in den Gitarren, tonnenschweres Stakkatoriffing, das auch mal gegen die Time läuft und sich häufig mit geraden Takten beißt. Wichtig, wenn man solche Musik macht, ist in erster Linie, dass man einen Sänger hat, der hier charismatisch und brachial drüber schreien kann. Den haben GODSPLAGUE eindeutig. Solange sich Nico Hartonen auf Schreien und Schimpfen beschränkt, liegt alles im grünen Bereich. Etwas grenzwertig sind seine Sprecheinlagen, die altbacken wirken.
Es wurde schon gesagt, dass die Band sehr viel Ähnlichkeit mit Slipknot besitzt, andere, teilweise etwas ältere Vergleiche wären Channel Zero (wohl eine der wenigen belgischen Bands, die in irgendeiner Form einen bleibenden Eindruck hinterlassen konnten), Meshuggah, The Hellacopters oder auch Faith No More. Eine interessante Mischung aus all diesen Bands ergibt den Klang, den sich GODSPLAGUE auf die Fahnen geschrieben haben. Das Ergebnis tritt Ärsche und rockt gehörig.
Die Produktion ist kräftig! Hier werden keinerlei Abstriche gemacht, man hat sich auf einen Sound geeinigt, der recht nahe am Mainstream liegt und nicht in eine gewisse Schublade zu stecken verlockt. Sollte es bei dieser Scheibe irgendetwas geben, das abschreckt, so könnte es höchstens das in Comicstyle als CD-Hintergrund gewählte Bandfoto sein, auf dem sich die Herren mit allen NuMetal-Klischee-Accessoires zeigen, die der Kleiderschrank hergegeben hat. Auch das künstlerisch sicherlich nicht ganz einfach gestaltete Coverartwork in Kombination mit dem eher unauffälligen Bandlogo kann dazu verleiten, die CD im Regal stehen zu lassen und nicht anzuchecken. Hier wäre etwas auffälligeres sicherlich die bessere Wahl gewesen. Bleibt also zu hoffen, dass alleine durch gute Werbung und Mundpropaganda genug Leute von diesem Album erfahren, denn ‚H8’ bietet wirklich ganz viel unterschiedliche Songs, die alle einen hohen Wiedererkennungswert aufweisen und recht gut tanzbar sein müssten.

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