Grave – Dominion VIII

Eine der dienstältesten Deathmetalbands aus Schweden dürfte GRAVE sein. Seit ihrem Debüt ‚Into the grave’ aus dem Jahr 1991 (lang lang ists her) haben sie nen ganzen Sack voll CD´s auf den Markt geschmissen, manche mit bahnbrechendem Erfolg, andere wiederum eher mittelmäßig erfolgreich, aber immer sind sie ihrer Linie treu geblieben und konnten auf eine feste Fanbase zählen. Jetzt, siebzehn Jahre nach dem Debüt, erscheint das achte Studioalbum. Wie viel sich seitdem getan hat, erfahrt ihr hier.
Gleich innerhalb der ersten Sekunden wird klar: auch auf ‚Dominion VIII’ geht es direkt zur Sache, ohne großartige Umwege, keine Kompromisse, und auch Beeinflussung durch aktuelle Trends scheint es keine gegeben zu haben. Death Metal pur und unbeirrbar! Hat sich die erste Euphorie hierüber gelegt, fällt mir als nächstes der insgesamt eher dumpfe Sound auf. Viele Höhen nennt diese Produktion nicht ihr Eigen, dafür wummern die Bässe aber bei höheren Lautstärken fast schon schmerzhaft in den Boxen. Kleiner Abzug in der B-Note hierfür, denn dadurch kann man die Songs nicht wirklich laut aufdrehen, ohne vorher an den Equalizer-Einstellungen geschraubt zu haben.
Abgesehen davon ist klanglich an der Scheibe nichts auszusetzen, allerdings hebt sich die Gesamtproduktion auch nicht von der Masse ab. Der für schwedische Deathmetal-Produktionen typische Klang ist auch hier wieder oberste Priorität gewesen, und der ist ja inzwischen hinlänglich bekannt. Unglaublich fette, kratzig-knartzige Gitarren, dickes Bassfundament, eher naturbelassenes, nicht nach Triggermodul klingendes Schlagzeug, das trotzdem recht trocken daherkommt, und natürlich tiefe Growls vom Gesang.
Apropos: Frontschreihals Ola Lindgren liefert zwar wieder eine ordentliche Leistung ab, ich persönlich finde aber, dass es ihm bislang immer noch nicht gelungen ist, den Tiefgang bzw. die emotionale Ausdrucksstärke von Jörgen Sandström zu erreichen, die in der EP ‚…and here I die…’ ihren Höhepunkt hatte.
Fans von schwedischem Deathmetal bekommen auf dieser Scheibe mehr oder weniger genau das geboten, was man im Vorfeld schon erwarten konnte, hier wird nicht lange herumexperimentiert, sondern es geht zur Sache! Neun Kracher liefert das neue Album, die allesamt den Nagel auf den Kopf treffen. Haken an der Sache: wirklich innovativ ist das dadurch natürlich auch nicht gerade, und es stellt sich die Frage, ob man sich nicht lieber mal wieder eines der älteren Alben stattdessen anhören sollte. Zur Komplettierung der Sammlung sollte man die Scheibe allerdings auf jeden Fall sein Eigen nennen können, ausserdem sind dann doch der eine oder andere Hit auf diesem Album versteckt, die sich allerdings erst beim zweiten oder dritten Hördurchlauf in ihrer ganzen Pracht erschließen lassen.

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