Itchy Poopzkid – Heart To Believe

Nach über 200 Shows in Deutschland, Österreich und der Schweiz liegt nun das erste Studioalbum der drei Herren aus Eislingen an der Fils auf dem Tisch. Im Gegensatz zu ihrem Vorgänger „fucks-up… live!“, das, wie dem Titel zu entnehmen ist das Live-Potential in die heimische Stereoanlage zaubert und im Eigenvertrieb produziert wurde, erscheint nun „Heart To Believe“ auf Where Are My Records / Sony BMG. Itchy Poopzkid hauen dem Hörer gleich 15 Songs auf die Ohren, die gut und gerne die Hüfte in Bewegung versetzen.

Eröffnet wird mit „Say No“, das von Beginn an dazu einlädt im Takt zu klopfen. Der abwechselnde Gesang von Sibbi und Dani führt zu einem Refrain, der gleich sagt wo es lang geht: Mitten in die Fresse und am liebsten nach ganz vorne, aber… schade, muss man sicht mit dem Longplayer zufrieden geben. Aber dass das auch mehr als lohnenswert ist bestätigt sich von Song zu Song mehr. Auf „I Will Alaways Go On Missing You“, einem optimalen Auf-der-Autobahn-Fahr-Song folgt das die Bewegungsrichtung des Kopfes von links nach rechts in von oben nach unten ändernde „Said You’d Be There“, das mit wuchtigem Sound in den Strophen und einer zum Mitsingen einladenden Strophe letztendlichen jeden Zweifler vom Arschtretfaktor der drei Poopzkids überzeugen sollte. Der durch „Through The Window“ aufgebaute Bewegungsdrang sollte nun mit „Please Don’t“ Anlass genug haben, sich in alle Gliedmassen zu verteilen. Ausgelassenes Beingezucke und Arme-durch-die-Luft-und-auf-die-Beine-klopfen erlaubt! Das die Halbzeit einläutende „Give It A Try“ hält sich an das was die vorigen Songs vorgemacht haben. Ins Ohr gehende Melodien und ein Gesang, der die musikalische Untermalung nur bestätigt.

Auch die letzten 8 Songs machen nochmal richtig Spass beim Zuhören. Das melancholisch wirkende „Back To ’82“ und das die Stimmung wieder hochziehende „Final Breakdown“ schaffen eine Ausgeglichenheit, die das ganze Album anhält und so einfach zum weiterhören verlockt. Man weiss in etwa, was einen erwartet aber dennoch wirken die Songs nie langweilig.
Zwischen den verhältnismässig schwächeren – was aber nicht heisst schlechten – Titeln „Yesterday Night“ und „Destination Inside“ wird mit „Me On Monday“ nochmal ein absoluter Ohrwurm-Kracher aus den Boxen geschossen der den ersten Titeln sowohl in Sachen Wiedererkennungswert als auch poppigen Ansätzen in nichts nachsteht. Zum ersten mal schlagen Itchy Poopzkid mit dem vorletzten Song „Against The Wall“ eher ruhigere Töne an. Man kann einfach nur sagen: Knapp 3 Minuten schöne Akkustiklänge mit einer wunderschönen Melodie. Den Schlusspunkt setzt „21 Years“, das mit einem mit Streichern gespickten Outro im krassen Gegensatz zu dem steht, wie knapp 50 Minuten zuvor alles anfing und vielleicht gerade deswegen danach verlangt „Heart To Believe“ auf ein Neues wild rotieren zu lassen.

Alles in allem ein sehr lohnenswertes Album – poppig aber auch gut arschtretend – dass vor allem mit Melodien punktet, die einfach im Ohr bleiben und schon beim nächsten Hördurchgang wie selbstverständlich wirken. Wer also sowohl auf gut tanzbare und poppige Klänge steht sollte mit dieser Platte eine definitv gute Wahl treffen.

Schreibe einen Kommentar