J.B.O. – Head Bang Boing

Nach der insgesamt eher etwas schwächer asugefallenen EP ‚Rock Muzik’ kommen die fränkischen „Fun-Da-Metalisten“ (Originalzitat aus dem Presseflyer) J.B.O. mit ihrem neuen Volllängenalbum ‚HeadBangBoing’ deutlich besser in Fahrt. Blödel-Rock´n`Roll, der beim Zuhören an mancher Stelle nicht nur für ein leichtes Schmunzeln reicht, sondern teilweise richtig zum Lachen animiert…
Es wird wieder mal szeneseitig ausgeteilt, aber auch über den Tellerrand geschaut und aus gänzlich anderen Genres geklaut, umgeformt und verarscht, was das Zeug hält. Gleich zur Eingewöhnung erhält man eine ‚Inhaltsangabe’, was einen denn so auf dem Album erwartet, im übrigen auch eine recht deutliche Vorstellung von Unter-Schubladen des Metalbereiches, sehr überzeugend präsentiert und gut zu unterscheiden. Es folgt der Titeltrack ‚HeadBangBoing’, der sich an Manu Chaos ‚King of Bongo Bongo’ anlehnt. Ganz nett, aber nicht wirklich der Oberreißer der Scheibe. ‚Mehr Stoff’ kann da schon eher auftrumpfen, in beinharter Manier wird hier losgebrettert… ‚Oaaargh!’ dürfte so ziemlich jedem Radio-geplagten Metaller aus dem Herzen sprechen, auch wenn Wir Sind Helden nicht gerade begeistert von dem Song sein dürften. Andererseits, ist es nicht eine Ehre, von J.B.O. durch den musikalischen Kakao gezogen zu werden?
Ich will jetzt nicht auf alle fünfzehn Songs im einzelnen eingehen, schließlich soll ‚HeadBangBoing’ auch noch ein wenig überraschen dürfen, lediglich als absolutes Highlight der Scheibe möchte ich noch den Track ‚Bejonze’ hervorheben, der mit so unglaublich großem Wortwitz geschrieben wurde, dass es mich nachhaltig amüsiert, auch nur über den Text nachzudenken. Vielen Dank dafür, ein wahrer Meilenstein!
Die Produktion des Albums (obligatorischer Absatzbeginn, ich weiß) ist gewohnt druckvoll, weiß in den Pseudo-Coversongs immer eine zum Verwechseln ähnliche Klangfarbe anzustimmen und bietet genügend Transparenz, um von vorne bis hinten glatt durchgehört zu werden, ohne dass das Ohr irgendwann einmal überstrapaziert sein dürfte. Der Gesang steht bei den Songs immer deutlich im Vordergrund, kein Wunder, schließlich geht es hier ja auch in erster Linie um textliche Raffinessen, aber auch nicht so weit vorne, als dass dies dauerhaft als störend empfunden werden würde…
Als wäre dieses in sich stimmige, lustige Album nicht schon genug gutes Werk für dieses Jahr, erfreuen uns J.B.O. zum Ende des Jahres hin mit einer vorweihnachtlichen Promotiontour quer durch Deutschland. Die Tourdates erfahrt ihr auf der Homepage von J.B.O., oder aber auf ihrer Myspace-Seite, wo man sich auch satte vier Songs des Albums anhören kann. Viel Spaß auf eurer Reise in die United States Of Blödsinn.

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