Macstanley – Between 2wo Worlds

Zugegeben, es ist schon einige Jahre her, dass Eintracht Frankfurt fußballerisch etwas gerissen hat. Einzige Meisterschaft 1959, UEFA-Cup-Sieg 1980, letzter DFB-Pokal 1988. Und die Tage, in denen Uwe Bein, Andreas Möller, Jay-Jay Okocha sowie Anthony Yeboah die Bundesliga verzückten, waren auch nicht gerade letzte Woche. Von den Abstiegen einmal ganz abgesehen. Doch abseits des Platzes beweist die Eintracht in Form ihres Co-Trainers Stilsicherheit. Hat dieser doch während eines Besuches der Kicker in Südafrika MACSTANLEY für uns entdeckt und zu Hause seinem Freund, dem Plattenchef von iMusic empfohlen.

MACSTANLEY ist eine dreiköpfige Rockband aus Kapstadt. 2009 könnte für sie das Jahr werden, in dem die Sehnsüchte am Kap der Guten Hoffnung in Erfüllung gehen und sich die Band aus dem krisengeschüttelten Land auch in Europa etablieren könnte. Weist das Trio zwar nichts spezifisch Afrikanisches auf –man sieht den drei weißen Herren ihre europäische Herkunft und somit ihren Minderheitenstatus an –, so sehr spricht ihre Musik die Sprache der Welt: Rock, hier die eher lautstärkengedrosselte, aber nicht weniger intensive Spielart, wie sie auch aus anderen Ländern kommen könnte. Das Besondere: MACSTANLEY leben vor allen Dingen von Andy Mac, ihrem doch etwas stämmigen Frontmann, der mit viel Gefühl und Ausdruck in seiner vielfältigen Stimme die Melodien der Songs bis in die entlegenste Körperregion des Hörers zu transportieren vermag, egal ob rockig wie in „Coming Home“, nachdenklich wie in „I Warrior“, zerbrechlich wie in „Be There“. Auch die selbstbewusste Single „As I Am“ ist mehr als eine gewöhnliche Radionummer, die nur im Hintergrund dudelt; sie ist wie die meisten Stücke ein bewusster Hinhörer, der zu einem Moment des Innehaltens einlädt.

Ohne in Belanglosigkeit und in Gefühlsduselei abzudriften, scheinen MACSTANLEY universell einsetzbar zu sein, egal ob im kleinen Club oder im großen Stadion, egal ob lauter Rock oder leises Songwriting. Das haben sie als Support für METALLICA und COUNTING CROWS in ihrer Heimat schon gezeigt. Ein Beweis dafür, dass sie Menschen aus ganz unterschiedlichen Rockgenres gefallen können. Und auch wenn MACSTANLEY mich nicht vollkommen in Ekstase versetzen können, charmant ist ihre Musik allemal, sympathisch erscheinen die Menschen dahinter. Mir gefällt es. Hoffentlich noch vielen anderen mehr.

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