Nex – Nex

Was gibt es Schöneres, wenn man eine tolle Platte einer bis dato unbekannten und dennoch aufstrebenden Band zum Rezensieren zugesteckt bekommt? Ganz klar: Wenn man gleichzeitig noch das Vorgängeralbum oben drauf bekommt. Doppelte Spielfreude, doppelte Ekstase, doppelte Endorphinausschüttung. Hier sind NEX aus Huddersfield, Nordengland.

Es gibt sie, diese wenigen Momente, in denen man das Gefühl hat, von Anfang an an etwas ganz Großem teilhaben zu dürfen. Das ging mir so beim ersten Anblick des Videos zu „Smells Like Teen Spirit“ 1991. Ein ähnliches Gefühl hatte ich bei meinem ersten BEATSTEAKS-Konzert 1997. Gleichartiges macht sich nun breit, denn am 26.09. veröffentlichen NEX nicht nur ihr Zweitwerk „A Clockwork Heart“, sondern auch ihr Debütalbum wird erstmals in Deutschland zu haben sein, aufgestockt um acht Akustik-Songs zum 70min-Monster.

Hängt man ein „t“ an den Bandnamen, wird optisch schnell deutlich, dass hier das nächste große Ding auf uns zukommen könnte. Denn was NEX auf beiden Scheiben zelebrieren, strotzt nur so vor Spielfreude, Inspiration, Präzision, Originalität, Selbstbewusstsein und stilistischer Multiperspektive. Melodisch und aggressiv, dem Metal und Hardrock ebenso verbunden wie dem Punk und Neuem gegenüber aufgeschlossen, faszinierte das Quartett schon englische Musikjournalisten vom Kerrang! oder dem Metal Hammer. Es fielen Vergleiche zu FAITH NO MORE, INCUBUS, FOO FIGHTERS, ALEXISONFIRE und SYSTEM OF A DOWN und der Schnittmenge aus allem, wohl wissend, dass die Brillanz in NEX´ Musik in den eigenen Fähigkeiten zu suchen ist und nicht im Adaptieren fremder Ideen. Sei es der vielseitige Gesang, das dynamische Schlagzeugspiel, die vielschichtige Gitarrenarbeit oder die präzisen Basslinien. Alles passt perfekt zueinander und lässt musikalische Weggefährten fast vor Neid erblassen. „Schadenfruede“ heißt der erste Track des Debüts. Was mehr bleibt zu sagen?

War das Debüt für ein Indie-Release schon gut produziert, setzt „A Clockwork Heart“ noch einen drauf. Sound und Mix spiegeln haargenau den progressiven Gedanken der Engländer wieder und setzen trotz des Bombastes nicht auf klinische Sterilität, sondern auf eine nachvollziehbare und authentische Produktion. Mit SPV hat „Rising Records“ einen leistungsstarken Vertriebspartner in Deutschland, der die vier Herren hoffentlich bald über den Kanal zu uns führt und für ähnliche Begeisterungsstürme wie in der Heimat führen sollte. Mit Abstand die beste Indie-Band, die mir dieses Jahr untergekommen ist.

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