Hatebreed – Hatebreed

Sie tun es schon wieder, nämlich das, was sie am besten können: Abriss! Die Rede ist von HATEBREED und ihrem neuen selbst betitelten Album. Wer jetzt denkt, die Band hätte auf Platte Nummer sechs nichts neues mehr zu vermelden, der irrt gewaltig. Für HATEBREED-Verhältnisse ist diese Scheibe fast schon experimentell.

Puristen werden mit ‚Hatebreed’ ihre Probleme bekommen, soviel steht spätestens ab ‚In ashes they shall reap’ fest. HATEBREED sind weiterhin Könige von Moshriffs, sie haben weiterhin Slayer-Riffing im Hardcore-Gewand für sich gepachtet, aber auf diesem Album zeigen sie auch, dass sie durchaus vielseitiger sein können.

In erster Linie sind als neue Einflüsse durchaus parallelen zu Crowbar zu ziehen, nicht gerade verwunderlich, wenn man bedenkt, dass Jamey Jasta unlängst mit Kirk Windstein zusammen Kingdom Of Sorrow gegründet hat und dort schon eine Symbiose aus HATEBREED und Crowbar eingegangen ist. Häufiger, als vielen lieb sein dürfte, zieht Jasta jetzt ein paar mehr Register seines Könnens, als nur zu brüllen, und zaubert mit einer sehr röhrigen Stimme die eine oder andere Melodie hervor. Aber nicht nur stimmlich ist hier was los, auch instrumental weiß die Band zu überraschen, zum Beispiel mit dem Instrumentalsong ‚Undiminished’, der nur so vor Melodieverläufen strotzt.

Zur Beruhigung aller sein noch erwähnt, dass natürlich über weite Teile der Scheibe auch weiterhin die grobe Kelle geschwungen wird, und das HATEBREED sehr weit davon entfernt sind, als melodische Band bezeichnet zu werden. Grundsätzlich gilt auch 2009: Mosh ist Trumpf bei HATEBREED, und wenn es nicht gerade Stakkato-Geballer gibt, dann besinnt man sich auf alte Oldschool-Hardcore-Stärken.

‚Hatebreed’ zeigt die Band in ungewohnt melodischer Stimmung, trotzdem regiert hier die Stimme aus dem Moshpit. Mit diesem Album hat sich die Band allerdings einen Weg geschaffen, wie sie sich auf zukünftigen Alben verändern könnten, ohne sich selbst untreu zu werden, und das ist die wahre Kunst der Veränderung!

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