Mucky Pup – A Boy In A Mans World _ Now

MUCKY PUP sind KULT!!! Jedenfalls gibt es Leute, die das behaupten. Und wenn mehrere Personen diese Aussage treffen, dann muss daran etwas dran sein! Allerdings gibt es Gründe dafür, das Wort KULT als Euphemismus zu enttarnen und es sinngemäß so zu übersetzen: „Die Band kennt zum Verdruss einiger weniger keine Sau!“ Bezüglich MUCKY PUP relativieren wir das Ganze und ergänzen ein „mehr“. Wirr?? Naja, vielleicht wird es im Verlauf besser.

Menschen, die Anfang der 1990er schon ein eigenständiges Musikbewusstsein besessen haben, was zum größten Teil altersbedingt ist, verbinden bei entsprechendem Musikgeschmack die Namen Dan Nastasi und Dave Neabore mit DOG EAT DOG, deren erste LP „All Boro Kings“ auf Roadrunner 1994 eingeschlagen hat wie eine Bombe. Es gab keinen alternativen Tanzschuppen, der damals nicht „No Fronts“ oder „Who´s The King“, jene unvergesslichen Kreuzüber-Nummern aus Hardcore, Hiphop, Punk und Blasmusik, gespielt hat. Den wenigsten ist aber bewusst, dass beide Herren zuvor bei MUCKY PUP aktiv waren und auch der später für Neabore nachgerutschte Marc DeBaker danach von MUCKY PUP zu DOG EAT DOG desertierte. Soviel zur personellen Verflechtung der beiden Bands aus New Jersey.

Musikalisch ist dieses Release ein Geschichtsbuch. Ohne Zweifel gehören MUCKY PUP mit ihren Spaßsongs zu den Wegbereitern des Crossovers, der Anfang bis Mitte der 90er so populär war, dass BMG damals sogar eine eigene Sampler-Reihe danach benannte. Sobald irgendetwas irgendwie zum Hüpfen einlud und irgendwie verzerrte Gitarren mit irgendwelchen Sprechgesang kombinierte, landete eine Band irgendwie in dieser Kiste. Irgendwie. 20 Jahre nach der ersten Veröffentlichung des Debüts „A Boy in a Man´s World“ 1989 schmeißt I Scream Records nun passend zur Reunion-Tour im vergangenen Sommer – schließlich muss man mit FAITH NO MORE und STUCK MOJO gleichziehen – eine klangtechnisch überarbeitete Version auf den Markt, die dazu noch das Nachfolgewerk „Now“ enthält und zum Preis eines Albums erhältlich ist. Inwiefern dies notwendig ist, da man die Originale derzeit fast geschenkt bekommt und der neue Sound auch nicht unbedingt das mittelmäßige Klangniveau der alten Aufnahmen vertuschen kann, sei einmal dahin gestellt; jedenfalls erwirbt der Käufer hier solche Perlen wie „You stink but I love you“, „Someday“, „Little Pigs“ und „Hippies hate Water“, jedoch auch eine ganze Menge Beiwerk, das im neuen Jahrtausend nur unter der Berücksichtigung des großen Nostalgiefaktors zu ertragen ist.

In der modernen Musiklandschaft werden MUCKY PUP kaum neue, heißt jüngere Fans rekrutieren können. Für Menschen um die 30 wird hier ein Rückblick in die eigene Jugend geboten, als es noch keine Handys, MP3s, myspaces und Internetmagazine wie unseres gab. Ach, war das schön!

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