Before There Was Rosalyn – The Fuhrer

BEFORE THERE WAS ROSALYN stammen aus Houston. Derbe und kantig präsentieren sich die fünf Herren auf ihrem Erstling “The Fuhrer”, keinesfalls leichte Kost, keinesfalls in irgendeiner Form trendy, aber eben auch nicht wirklich sperrig. Schon nach wenigen Takten ist klar, dass hier Abriss zelebriert wird, allerdings in Slowmotion. Doch die Band hat noch weit mehr auf dem Kasten als das.

Die grundsätzliche Marschrichtung der Band liegt auf Pfaden, die auch schon Burry Your Dead betreten haben: fast schon Tiefgaragen-Stimmung in den Gitarren, in erster Linie stampfende Stakkatos, vornehmlich langsame, tragende Songs. Dazu gibt es brutalen Schreigesang, der sich aber schon qualitativ von den keinesfalls schlechten Burry Your Dead absetzen kann. Hier werden eher Assoziationen zu Twelve Tribes wach. Ein so brachiales Organ, dem man anhört, dass hier (wenn überhaupt) nur minimal technisch nachgeholfen wurde.

Eigentlich wird das Gesamtbild dann aber durch die simpel erscheinenden, aber absolut effektvollen Gitarrenmelodien geprägt, die teilweise mit 2-3 Einzeltönen mehr Ausdrucksstärke besitzen als ein komplettes Soloriff bei anderen Bands. Fast schon überraschend setzt dazu dann gerne auch mal Cleangesang ein (hier merkt man schon eher, dass da ein wenig Technik mit am Gange war), der mit diesen leichten Melodien perfekt harmonisiert und Gänsehautfeeling zu erzeugen vermag.

Die Produktion klingt nach einem Victory-Standard-Album: Fett, brachial, differenziert, aber leider eben auch wie tausend andere Scheiben, ohne markanten Wiedererkennungswert, wenn man nur an die Produktion denkt. Nichtsdestotrotz bedeutet das aber auch, dass das Album einfach schick klingt.

Wenn man der Band irgendetwas vorwerfen will, dann vielleicht die Tatsache, dass sie mit ihren dauerhaft langsamen bis maximal mittelschnellen Nummern insgesamt ein wenig mehr Abwechslung vertragen könnten (besonders in den Songtiteln). Wie gesagt: wenn man will!
Mir reicht, was ich an drei-vier Songs der Band an Gefallen finde, um dieses Album zu einem meiner persönlichen Jahreshighlights im Bereich Neuentdeckungen verbuchen zu können. Anspieltipp: The bennadonnamyth!!!

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