Nofx – Cokie the clown

Ich sag es gleich vorweg: Ich habe mit diesem Release meine Probleme. Ein halbes Jahr nach der letzten LP „Coaster/Frisbee“ schmeißen NOFX den Fans fünf Stücke hinterher, die aus irgendwelchen dubiosen Gründen damals nicht veröffentlicht worden sind. An Platzmangel auf dem Tonträger-Medium kann es nicht gelegen haben.

Manche Bands und Labels produzieren vorab Singles und EPs, gespickt mit exklusiven Stücken, um die Hörerschaft auf das neue Album anzufixen oder um überhaupt einen Erstkontakt herzustellen. Dies dürften Fat Mike und Konsorten wahrlich nicht mehr nötig haben; und ebenso wenig sollten sie ihre Fans für dumm und die nun hier vorliegenden 10 Minuten als Nachtisch verkaufen. Ein Dessert kann ein schöner Abschluss sein, doch macht der den Hauptgang nicht besser.

Die ersten vier Stücke reihen sich nahtlos gut an das Material auf „Coaster“ an, wie sollte es aufgrund der gleichen Entstehungszeit auch anders sein, wohingegen die Akkustik-Version von „My orphan year“ sich als musikalisch verzichtbar entpuppt, allerdings noch einmal unterstreicht, wie sehr der Tod seiner Eltern den Dicken noch beschäftigt.

Neben einer langweiligen CD wird es auch eine Doppel-7“ geben. Schön, schön. Das interessante Format tröstet jedoch nicht darüber hinweg, dass man das Gefühl bekommt, finanziell übervorteilt zu werden. Naja, Mike als Clown kann sich auf dem Cover auch nicht entscheiden, ob er lachen oder weinen soll. Oder sagt er nur grimmig zu mir: „Kauf mich!?“

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