Dorian Hunter: 10.1 – Die Nacht von Nancy

Zur Jubiläumsausgabe Nr. 10 verwöhnen uns die Macher der Erfolgsserie DORIAN HUNTER mit einer Doppelfolge (jedoch separat im Verkauf, nicht als Doppel-CD). Unter dem Titel „Der Folterknecht“ gibt es Teil 10.1 mit dem Namen ‚Die Nacht von Nancy’ und Teil 10.2 ‚Hexenhammer’ als zusammenhängende Geschichte, die insgesamt die eigentliche Handlung rund um DORIAN HUNTER ein wenig „pausieren“ lässt, nichtsdestotrotz viele Fragen beantwortet, die sich im Verlauf der Serie gestellt haben.

Im Endeffekt erleben wir eine Geschichte in der Geschichte. DORIAN HUNTER hat das Tagebuch des Nicolas de Conde erhalten, in dem er nun zu lesen beginnt. Seit einiger Zeit von wüsten Träumen um den Baron seines gesunden Schlafes beraubt, ist die Überraschung nun groß, dass es sich hierbei um eine geschichtliche Person handelt.

Die Erlebnisse, die Nicolas de Conde in seinen Eintragungen berichtet, sind erschreckend und verstörend zugleich, denn auch de Conde hat einen direkten Bezug zur Schwarzen Familie, auch wenn er eher leichtfertig und ohne große Not in diese Situation geraten ist und sich entsprechend sämtliche Schuld selbst zuschreiben muss…
Olivaro scheint jedenfalls mehr über den Inhalt des Tagebuches zu wissen, als er eingestehen will, und bittet Dorian eindringlich, sich nicht das gesamte Buch anzuschauen, da er sonst Dinge erkennen würde, die er nicht wissen wollen wird…

Bislang war ich der Meinung, dass Thomas Schmuckert in seiner Rolle als Dorian Hunter in der Serie nicht durch irgendeinen anderen Sprecher „geschlagen“ werden könnte. Doch David Nathan, der die Rolle des Nicolas de Conde spricht und einen Großteil der Handlung alleine bestreitet, legt hier noch ein paar Kohlen mehr ins Feuer. Das Gefühlsspektrum, das er durchlebt, kann er 1:1 mit seiner Stimme transportieren und den Zuhörer mitlieben, mitleiden und mithassen lassen.

Wer weitere Informationen zum Inhalt der ersten Hälfte haben will, sollte sich einfach die Kritik zu 10.2 ‚Hexenhammer’ anschauen.

Die restliche Geräuschkulisse ist entsprechend des Szenarios im 15. Jahrhundert perfekt angepasst. Insbesondere die stimmungsvolle und passend gewählte Hintergrundmusik lässt hier Kopfkino vom Feinsten entstehen, das die Handlung entlang der fesselnden Story ganz hervorragend unterstreicht.

Als Bonustrack gibt es noch die erste Hälfte eines Interviews, das zwischen der „Hörspiel-Jury“ Stefan Bruß, Jan Vilbrandt und Ulli Mehlich auf der einen Seite und Dennis Ehrhardt (Produzent), Marco Göllner (Regisseur) und Thomas Schmuckert (Dorian Hunter-Sprecher) geführt wird und den Machern der Serie ein wenig auf den Zahn fühlt, wie sie im Einzelnen zu der Serie gelangt sind, welche Vorkenntnisse sie hatten, etc.. Für Fans der Serie ist das sicherlich absolut interessant, wer sich „nur“ für die Serie als solches interessiert und keinerlei Hintergrundinformationen zur Entstehung eines Hörspiels haben will, kann darauf allerdings auch verzichten. Die zweite Hälfte des Interviews ist, wer hätte damit gerechnet, auf der CD 10.2 enthalten.

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