Breed 77 – Insects

“Insects rule the world”! Kann man eigentlich so 1:1 unterschreiben und die Rezension damit beenden. Da dies im Vergleich zu vielen anderen Rezesionen aber der Scheibe selbst nicht gerecht werden würde, diese mit so wenigen Worten (so positiv und aussagekräftig sie auch sein mögen) abzufertigen, gehen wir doch ein wenig mehr ins Detail.

BREED 77 haben uns schon mit ihrem Vorgängeralbum ‚In my blood’ in ihren Bann geschlagen. Die eigenständige Kombination aus Metal, Arschtreter-Rock, Flamenco und arabischen Anleihen wird auf ‚Insects’ noch durch eine Spur Progressiv-Metal erweitert und lässt damit keinerlei Wünsche offen! Je häufiger ich diese Scheibe höre, desto besser gefällt sie mir. Nicht nur gesanglich, sondern auch von der Energie der Songs her rücken sich immer wieder Anthrax als Referenz in den Hinterkopf, jedoch ist das Riffing von BREED 77 eigentlich völlig anders strukturiert. Hier sind es melodiöse Riffs, die durch saftige Stakkatos untermauert werden, Gitarrensoli erscheinen nicht als Demonstration von spielerischem Können, sondern als Mittel zum Zweck, hier dramaturgisch die Songs aufzubrechen.

Im Vergleich zum Vorgänger ist ‚Insects’ klar härter ausgefallen, was anfänglich ein wenig überraschend wirkt, sich aber perfekt in den Sound der Band einzufügen weiß. Apropos Sound: aufgenommen von Will Maya (The Answer, Adrian Smith) und gemixt von Scott Atkins (Cradle Of Filth) ist dieses Album auch klanglich ein Brecher geworden, der sich euch ungestüm und mit voller Wucht entgegen wirft, um euch dann in den Cleanpassagen zu umschmeicheln.

Fans von BREED 77 werden sich schnell an diese Scheibe gewöhnen, die durchaus eine Entwicklung beinhaltet, mit der man nicht unbedingt hätte rechnen können. Statt, wie viele andere Bands, noch ein wenig mehr in Richtung Mainstream zu marschieren, hauen BREED 77 eine Kelle Metal obendrauf und verfeinern somit ihr ohnehin schon schmackhaftes Stilsüppchen ins Pikante! Mit ‚Insects’ werden die Herren also insbesondere im etwas härteren Grenzbereich ihrer bisherigen Fangemeinde unglaublich viele Punkte sammeln können, ohne aber denen am anderen Ende des Klangspektrums vor den Kopf zu stoßen. Hut ab und vielen Dank für die Ungezieferplage in Form von Ohrwürmern auf ‚Insects’!

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