Trigger The Bloodshed – Degenerate

‘Degenerate’ ist das inzwischen dritte Album der jungen britischen Band TRIGGER THE BLOODSHED. In Bezug auf musikalisches Blutvergießen ist hier der Name Programm: Extreme Metal, wie er im Buche steht, ein Gemetzel, bei dem sich brutalste Moshparts mit hyperschnellen Blastbeats die Klinke in die Hand drücken.

Problematisch dabei: die Band überfordert den Hörer recht schnell damit! Das Songwriting setzt voll und ganz darauf, alles irgendwie „extrem“ zu machen. Extrem schnell, extrem hart, extrem auf den Punkt, und insbesondere im Bereich extrem schnell übertreibt man es gerne, sodass diese Riffs (bzw. Beats) dann teilweise schon fast lächerlich sind.
Hart und schnell zu sein, das haben sich schon viele Bands vorgenommen, und seit es hier einen geheimen Wettbewerb zu geben scheint, haben leider auch ein Großteil dieser Bands das eigentliche Kernthema aus den Augen verloren, nämlich, dass schnelle und harte Parts auch zusammen einen Song ergeben müssen, nicht nur eine bloße Aneinanderreihung von neuen Geschwindigkeitsrekorden.

Zusammengefasst: wer hätte es gedacht, aber TRIGGER THE BLOODSHED sind immer noch extrem schnell. Die neun neuen Songs hätten sowohl stilistisch als auch klanglich allesamt ebenfalls auf das Vorgängeralbum ‚The great depression’ gepasst, denn in den Kernkritikpunkten „Abwechslung, Individualität und facettenreicher Gesang“ hat sich nichts getan. Von „degeneriert“ würde ich zwar nicht sprechen, aber eine wirkliche Entwicklung ist ebenfalls nicht zu erkennen. Ich glaube fast, die Band hat sich selbst in eine Sackgasse manövriert, aus der sie so ohne weiteres nicht rauskommen.
Wem natürlich die beiden vorherigen Alben schon gefallen haben, der macht auch bei ‚Degenerate’ nichts falsch und ist für etwas über dreißig Minuten auf technisch hohem Niveau gut unterhalten.

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