Blakvise – For all these days

BLAKVISE aus Hannover bzw. Kassel bescheren uns zur Einleitung des Sommers mit einer neuen Fünf-Song-EP. Die Veröffentlichung des guten Stücks ist zwar noch eine Weile hin, aber wir haben jetzt schon einmal ein Exemplar für euch gegen gehört.

Geboten wird euch auf ‚For all these days’ melodielastiger Postrock mit leichten Melody-Punk-Anleihen. Der erste Eindruck: jupp, solide, der Fuß wippt sofort mit, die Produktion fällt nicht negativ auf, alles in Ordnung soweit.

Die CD skipped auf Track 2, dem bislang melodiösen Gesang gesellt sich eine zweite Stimme hinzu in Form von kehligem Gebölke. Mitte des Songs bricht alles in sich zusammen, eine melodiöse Leadgitarre leitet einen stampfenden Part ein, der in klassischer Maiden-Manier in zweistimmigen Gitarrenlinien mündet. Danach noch der Refrain, wieder Maiden, allerdings zeigt sich hier einmal die Ehrlichkeit der Scheibe, denn: eine unterstützende Akkordgitarre fehlt hier, ihr hört wirklich nur das, was die beiden Gitarristen auch live bringen (und wenn man ganz genau hinhört, erkennt man auch ein-zwei kleine Ungenauigkeiten).
Diese Ehrlichkeit ist einer der Punkte, die man der Scheibe „ankreiden“ könnte, denn genau an diesen mehrstimmigen Gitarrenlinien fehlt einfach ein sattes Fundament in Form von Akkorden.

Song drei, der titelgebende Track ‚For all these days’ fasst die Stärken der ersten zwei Nummern zusammen, super.

Danach folgt ein Klavierstück mit Gesang, bei welchem sich erst zum Schluss hin ein wenig Elektrodrums und Effekte hinzugesellen. Nicht gerade das, was man sich bei einer EP mit gerade einmal fünf Tracks wünscht, dennoch an und für sich sehr ordentlich gemacht. Allerdings ist solch ein Ausreißer wie gesagt eher etwas für eine Full Length, nicht unbedingt für eine EP.

Das Beste heben sich BLAKVISE für den Schluss auf: ‚Goodbye’ begeistert mit schicken ruhigen Parts im Kontrast zu den wütenden Strophenriffs und einem Anathema-mäßigen 2 ½ Minuten-Outro.

‚For all these days’ ist in sich solide gemacht, mir fehlen allerdings die Höhepunkte auf dem Album. Es gibt zwei-drei Parts, bei denen man aufhorcht, die aber im Gesamtbild nicht weit genug herausstechen, und die vielen ruhigen Passagen verlocken dazu, einen Kommentar in Richtung „stört nicht beim Bügeln“ zu schreiben, das würde aber der EP insgesamt einen zu negativen Anstrich geben. Besieht man sich zum Beispiel die Gitarrensoli auf dem Silberling, erkennt man schon, dass hier das Bestreben besteht, mehr zu machen, als es die meisten anderen Bands tun. Beschränken wir uns also auf ein: solide Arbeit, beim nächsten mal etwas mehr Pepp und Mut zum Extrem, egal, in welche Richtung das auch gehen mag, denn sowohl die besonders ruhigen Parts als auch die besonders harten Parts gefallen, die Sachen, die sich irgendwo in der Grauzone dazwischen bewegen, haben aber zu wenig Charakter, um zu begeistern! Die Band muss lediglich noch lernen, das Potential richtig auszuschöpfen, welches sie an einzelnen Passagen deutlich an den Tag und mit ihrem letzten Song wie auf den Präsentierteller legen…

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