Crazy Arm – Born to ruin

Normalerweise drängen junge Bands gerade dazu, ihre Songs aufzunehmen, um diese dann auf einem Tonträger veröffentlicht zu wissen – selbst, wenn man die Scheibe dann ohne Label in Eigenregie verkauft. CRAZY ARM aus Plymouth begeben sich ebenso wie viele andere Combos gerne ins Studio, allerdings dauerte es drei Anläufe, bis sie mit ihrem Debüt „Born To Ruin“ fertig waren, was jedoch nicht an ihrem Dilettantismus gelegen hat, sondern vielmehr an ihrem großen Song-Output und der Unzufriedenheit mit dem Vorangegangenen.

Knapp vier Jahre hat dieser Schaffensprozess gedauert, und mit dem nun finalen Resultat müssten die Briten zufrieden seien, denn das Erstlingswerk – welches quasi das dritte Album ist – strahlt nur so das Selbstbewusstsein eines großartigen Punkrock-Albums aus, welches in seiner Intensität ganz unterschiedliche Stile miteinander vermischt und so einen modernen Vertreter des Genres kreiert. Düster und schleppend beginnen CRAZY ARM mit „Asphalt“, nur um melodisch im Stile von MOTION CITY SOUNDTRACK mit „Still To Keep“ fortzufahren. „Blind Summit“ springt auf das Pferd auf, dass das Einbinden von Country-Elementen im modernen Punk durchaus en vogue ist. „Henry Fabian Flynn“ ist eine herrliche Ballade, wohingegen „Kith And Kingdom“ nach einer anfänglichen Huldigung QUENs zur wahren Tanznummer mutiert, welche jedoch vom folgenden Hardcore-Kracher „Reassure Me“ in seine Schranken gewiesen wird.

Dank an Gunnar Christiansen und sein kleines, aber feines Label Gunner Records, das schon bei GASLIGHT ANTHEM oder COBRA SKULLS Weitsicht bewiesen hat, dass dieses Kleinod von CRAZY ARM hierzulande verfügbar ist und California-Melody-Core-Kids, Gainesville-Liebhaber und 1977-Traditionalisten gleichermaßen gefallen sollte – besonders auf rotem Vinyl mit schwarzen Sprenkeln und beigelegtem Downloadcode. Hier wird nichts ruiniert.

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