Ninja Gun – Restless Rubes

Ninjas sind nicht gerade für den Gebrauch von Schusswaffen bekannt, denkt man doch eher an Shurikan und Nunchakko. Und Ninjas kommen in freier Wildbahn in der Regel auch nicht in den amerikanischen Südstaaten vor. Doch entgegen aller Lehrmeinungen ist dieses Ninja-Quartett in Georgia zu Hause und dort trägt Cowboy definitiv noch Knarre – willkommen zum erfrischenden Country-Pop-Rock.

Zwei Jahre nach dem US-Release sorgt Gunner Records aus Bremen dafür, dass Geschmacksmenschen diese kleine Perle von einem Album auch in Europa erstehen können, packt als Bonus noch einen Track oben drauf und bietet Vinyl-Fetischisten ein schönes rundes Ding in einem lollihaften Creme-Gelb mit roten Streifen inklusive Download-Code.

Zusammengetan haben sich die vier Freunde vor sechs Jahren, um die akustischen Nummern von Gitarrist und Sänger Jonathan Coody als Band zu vertonen. Zwar fand das Erstwerk „Smooth Transitions“ noch wenig Beachtung, jedoch dürfte sich dies bei „Restless Rubes“ definitiv ändern. Denn ganze dreizehn Mal erschaffen NINJA GUN ihre eigene Mixtur aus radiotauglicher Rockmusik und traditionellen Western-Elementen, rühren das Ganze mit Bedacht durch (Nicht schütteln!) und kredenzen den Cocktail mit einem bunten Pop-Schirmchen, von dem der Konsument fortan nicht mehr lassen kann. Dieser Hör-Drink hat wahrlich das neudeutsche Attribut catchy verdient.

Noch bevor Chuck Ragan und Chris Wollard – für seine Begleitband THE SHIPTHIEVES greift dieser gerne auf Mitglieder von NINJA GUN zurück – auf die Idee gekommen sind, dass man auch mit Western-Pop zu gefallen weiß, entdeckten die Ninjas diese Spielart für sich, ohne jedoch als Band zu sehr in minimalistische Akustik-Stücke abzudriften – dezenter Rock ist erlaubt. Und so erinnert „Restless Rubes“ doch auf charmante Art und Weise an das Frühwerk von R.E.M. auf I.R.S.-Records, die wie ihre Nachfahren aus Georgia stammen.

NINJA GUN sind mit „Restless Rubes“ definitiv ein Geheimtipp für 2010; und wer noch etwas unschlüssig ist, der kann hier auf punknews.org nahezu das ganze Album streamen: http://www.punknews.org/bands/ninjagun

Schreib einen Kommentar