Gatorface – Wasted Monuments

Mehrere Kräfte treten zusammen, um ein neues Monster zum Leben zu erwecken. Keinen Riesenkraken oder Mörderhai, sondern GATORFACE. Legenden aus den Sümpfen Floridas behaupten, das Geschöpf – einer Chimäre gleich – bestehe aus Alligator-Zehen, Hai-Zähnen, Schoßhund-Schwanz und Drachen-Schuppen. Ziemlich hässliches Ding…und so ist beim ersten Hördurchgang auch die Musik.

GATORFACE aus Orlando entstanden aus der Asche von NEW MEXICAN DISASTER SQUAD, dessen Rhythmus-Fraktion nun für das Alligator-Gesicht den Takt angibt. 2008 erschien bereits eine 7inch auf Kiss Of Death sowie die „Sick and Stupid“-10inch mit sechs Stücken auf Paper + Plastick. Mit „Wasted Monuments“ veröffentlicht nun No Idea die erste LP.

Der erste Höreindruck ist ein wenig gewöhnungsbedürftig, wenn man laut Ankündigung Pop-Punk serviert bekommen soll, denn GATORFACE gehen indessen recht rasant, rotzig und rau zur Sache. Jedoch hat man sich erst einmal vom Attribut „Pop“ gelöst und sich zum Reptilien-Versteher gewandelt, bemerkt man, was „Wasted Monuments“ für ein energiegeladenes Album geworden ist, wo die Melodien versteckt sind und wie sie sich bei jeder Rotation immer deutlicher zeigen.

In noch nicht einmal einer halben Stunde hat das Quartett mit BLACK FLAG einen „Nervous Breakdown“, gehört mit den ADOLESCENTS zu den „Kids oft the black hole“, fühlt sich wie die CIRCLE JERKS „Wasted“, geht mit Milo von den DESCENDENTS aufs College, schreit unisono mit BAD RELIGION „How could hell be any worse?“ und begeht mit NOFX einen „Day to daze“.

Auf „Wasted Monuments“ zeigen GATORFACE ihre Einflüsse aus dem Hardcore und Punk der 80er und geben sich ruppig-böse und melodiös in gleichen Maßen, sodass sie abschließend mit ihrem Genre-Produkt zu gefallen wissen. Wer sich einen Eindruck verschaffen möchte, kann auf punknews.org das komplette Album der Band streamen, bevor er sich dann zum Kauf eines physischen Tonträgers entscheidet. Die farbige Vinyl-Variante samt Download-Code und Bonustrack ist bei gängigen Mailordern wie Greenhell oder Greed Records im Gegensatz zu Amazon recht günstig zu erstehen – ebenso das Backprogramm.

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