Dorian Hunter: 11: Schwestern der Gnade

Die Serie DORIAN HUNTER hat 2009 den Hörspiel-Kritiker-Award als beste Serie gewonnen. Gerade nach der letzten grandiosen Jubiläums-Doppelfolge 10 wundert das nicht sonderlich. Schon im Vorfeld war man gespannt, wie die Macher da mit der nächsten Folge das hohe Niveau halten wollen würden. Auch, wenn ‚Schwestern der Gnade’ ein wirklich gutes Hörspiel ist, ganz gelungen ist ihnen der Anschluss nicht, aber das wer auch fast ein Ding der Unmöglichkeit gewesen.
Dies bezieht sich allerdings nur auf die Story an sich… Die Leistung der Sprecher, die Soundeffekte und die gesamte Aufnahmequalität sind erneut über jeden Zweifel erhaben.

DORIAN HUNTER hat sich selbst in eine Irrenanstalt eingewiesen. Hierzu musste er ausnahmsweise mal nicht sonderlich erfinderisch sein, sondern hat dem Psychiater lediglich seine Lebensgeschichte erzählen müssen. Warum das alles? In dem Sanatorium werden die Patienten von einem schwarzen Engel umgebracht, und damit nicht genug: auch Dorians Frau Lilian ist unter den Patientinnen.
Doch erst in der Obhut des Psychiaters, will ihm keiner glauben, als er auf die scheinbaren Morde zu sprechen kommt. Plötzlich ist Hunter der Irre, der sich in Zwangsjacke und unter dem Einfluss von Sedativen wieder findet. Hat Dr. Demming, der hier eine neue Therapie austestet, seine Finger bei den Morden mit im Spiel? Oder ist der schwarze Engel nur ein Hirngespinnst der Insassen?

Der Verdächtigenkreis ist für den Zuhörer schnell gefunden, schon alleine der Titel ist diesbezüglich ja schon wegweisend genug… Die Folge hat zwar durchaus ihre humoristischen Seiten, allerdings leidet die Spannung ein wenig daran, dass man im Prinzip nichts aus nächster Nähe sieht bzw. hört, sondern immer nur im Nachhinein Dinge erfährt.
Wer unlängst Shutter Island gesehen hat, kann sich recht gut in die Atmosphäre des Hörspiels einleben. Insbesondere die Stellen, in denen Dorian von Pfleger Arnie (hervorragend einfältig gesprochen von Stefan Fredrich) gefüttert wird, machen einem klar, wie erniedrigend das Leben in einer Nervenheilanstalt sein kann. Die Vorstellung, wie DORIAN HUNTER völlig klar bei Verstand zu sein, und trotzdem von Ärzten und Pflegern für verrückt gehalten zu werden, macht die Beklemmung des Hörspiels aus.

Nach ‚Der Folterknecht’ musste zwangsweise ein kleiner Rückschritt erfolgen. ‚Schwestern der Gnade’ läutet das zweite Zehnerpack ein, entsprechend hoffen wir natürlich darauf, dass auch hier nach hinten noch Potential zur Verbesserung genutzt wird.

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