Prof. Dr.Dr.Dr. van Dusen: Der Mann, der seinen Kopf verlor

Ein weiterer Fall für Professor Dr. Dr. Dr. van Dusen. Ein Mann steht bei ihm vor der Tür und bittet das Genie um Hilfe, denn er selbst weiß nicht mehr, wer er ist, wo er herkommt, was er gemacht hat und wie er sich an all dies erinnern soll. Und genau das ist auch die Frage, die sich van Dusen stellen muss: wie gelangt man an Informationen zu einem Unbekannten, der nichts von sich weiß und auch keinerlei Papiere bei sich trägt?!?

Eine schwierige Kopfnuss, selbst für einen so begabten Hobby-Kriminologen. Aufschluss auf die Identität des Mannes erhofft sich van Dusen durch ein paar Details, die er an Kleidung, Händen und im Gesicht des Herren entdeckt. Stil, Wortschatz und Ausdrucksweise deuten auf eine durchaus gut situierte Lage hin, und wie es scheint, war der Mann bis vor kurzem Schnurrbartträger…
Was er mit diesen Informationen anfängt, wollen wir an dieser Stelle erst einmal nicht verraten, denn dadurch würde die Spannung verloren gehen. Fest steht jedenfalls, dass auch ‚Der Mann, der seinen Kopf verlor’ einen ganz eigenen Charme hat und mit gleich mehreren überraschenden Wendungen aufwartet.

Friedrich W. Bauschulte spricht den überheblichen Professoren einfach köstlich. Erstaunlich, dass die Hauptfigur einer Serie funktioniert, obwohl sie dermaßen unsympathisch ist. Den Gegenpol, als sympathischer Reporter, spricht Klaus Herrm, mindestens ebenso gut. In weiteren Rollen sind hier noch Lothar Blumhagen, Gerd Duwner, Monika Hansen, Joachim Pukaß, Otto Czarski sowie Reinhard Kolldehoff zu hören.

Nachdem erst einmal die wichtigsten Informationen gesammelt und dem Zuhörer dadurch mitgeteilt sind, merkt man, dass sich daraufhin erst einmal ein wenig Zeit gelassen wird, um allen zu ermöglichen, selbst zu grübeln, wie die Geschichte wohl insgesamt zusammenhängt und welches traumatische Ereignis oder welcher Unfall zum Gedächtnisverlust des Mannes führen konnte…

Die Hörspielreihe, die ursprünglich fürs Radio produziert wurde, glänzt in erster Linie durch eine gute Geschichte und ausdrucksstarke Sprecher. Spezialeffekte und Hintergrundmusik sucht man hier vergeblich, nur ein paar wenige Hintergrundgeräusche werden eingesetzt, um die Szene etwas glaubhafter zu gestalten.

Man muss nicht nostalgisch sein, um den Reiz der Serie zu erkennen und die Geschichten spannend zu finden. Professor Dr. Dr. Dr. van Dusen funktioniert auch heute noch, obwohl zeitgemäße Hörspiele entsprechend viel mehr auf Dramaturgie durch Geräusche, Effekte und Musik setzen. An der Klasse der Geschichten kann dies allerdings nichts ändern, und wie sagt man so schön? Manchmal ist weniger eben mehr!

Schreib einen Kommentar