Paintball

Die Idee ist nicht sonderlich innovativ, aber immer wieder gut: eine Gruppe unbedachter Leute lässt sich auf ein Abenteuer ein, und plötzlich wird aus Spaß tödlicher Ernst, bei dem alle um ihr Überleben kämpfen müssen. Bei dem Film PAINTBALL kann man sich schon alleine vom Titel her denken, worum es geht. Diese Idee wird noch durch ein paar skrupellose Multimillionäre gepaart, die ihre privaten Gladiatorenkämpfe austragen lassen, um eine Unterhaltung der ganz besonderen Art zu haben (auch nicht mehr neu), und fertig ist der neue Survival-Horror-Schocker.

Wer schon einmal selbst Paintball gespielt hat, der weiß, was einen dabei erwartet. Adrenalin, Spannung, taktisches Geschick, Teamgeist, eine getarnte und unauffällige Vorgehensweise, der Wille zu gewinnen. Dass man hier indirekt Krieg spielt, wird zwar offiziell von den Vereinigungen dementiert (und man spricht nicht von Waffen, sonder Markierern), aber machen wir uns nichts vor: auch, wenn man den sportlichen Aspekt dabei in Betracht zieht, ist es nichts anderes…

Diesen Action-Kick will sich auch eine Truppe Paintball-Fans in den Redball Woods geben. Untereinander kennen sie sich nicht, aber ihnen sind ihre taktischen Positionen mitgeteilt worden. Ihr Ziel: bestimmte Flaggen erreichen, die im Areal verteilt sind, die dort versteckten Kisten bergen, deren Inhalt nutzen, und dabei nicht vom gegnerischen Team erwischt werden oder das gegnerische Team selbst zu erledigen.
Abgesehen von teaminternen Machtkämpfen um die Position des Anführers läuft alles recht gut. Man findet relativ schnell den ersten Wegpunkt und ist sich auch sicher, nicht beobachtet worden zu sein. Doch plötzlich bricht das Inferno um die Gruppe herum aus. Aus allen Richtungen scheint das Feuer auf sie eröffnet zu werden. Man zieht sich in einen alten Bus zurück und bespricht die Taktik neu, als urplötzlich der Beschuss aufhört. Stattdessen landen Rauchgranaten im Bus, die sie wieder an die frische Luft jagen.
Beim taktischen Rückzug wird dann jemand aus der Truppe getroffen, aber zum Schock aller mit scharfer Munition. Panisch geht nun eine wilde Flucht los, bei der alle nur noch auf ihr eigenes Überleben achten…

Regisseur Daniel Benmayor hat eine Handvoll relativ unbekannter Gesichter um sich geschart, ein Thema gewählt, das von aktiven Spielern sicherlich einen Fanbonus bekommen wird, und damit einen Film gedreht, der insgesamt extrem vorhersehbar ist, mit vielen Klischees arbeitet, als Quasi-Neuauflage von „Running Man“ durchgehen würde, insgesamt aber doch irgendwie erfrischend kurzweilig ist. Kein Film, den man unbedingt gesehen haben muss, ganz klar, kein Film, der wirklich darüber aufklärt, wie Paintball tatsächlich gespielt wird, aber eben genau das, was man von einer Geschichte erwartet, die nicht einmal das FSK-18-Logo erhalten hat: sinnlose, brutale Gewalt, der lediglich zu Gute gehalten werden muss, dass die besonders harten Szenen durch eine Wärmebildkamera-Optik gezeigt werden und man mehr erahnt, was da gerade passiert, als dass man es wirklich sehen würde, was aber fast sogar noch schlimmer ist. Keine wirklichen Schock- oder Schreckeffekte, aber durchweg hart und damit nicht jedermanns Sache. Wer Filme wie Hostel mag, der wird hier sicherlich auch warm mit werden!

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