Inarcadia – Amongst mere mortals

INARCADIA haben mit ihrem Album ‘Amongst mere mortals’ eine Scheibe veröffentlicht, die bereits überproportional häufig den Weg in meinen CD-Player gefunden hat. Nicht, dass das Album ein absolut makelloses Album wäre oder zumindest das beste, was derzeit veröffentlicht wurde. Nein, der Haken liegt an ganz anderer Stelle versteckt.

INARCARDIA spielen Metal mit einer ganz leichten Briese Core dazu. Stilistisch also nichts wirklich neues, aber das besondere an der Band ist: sie versuchen nicht zwanghaft etwas zu sein, was sie nicht sind. In ihren größten Momenten mag man Vergleiche zu Machine Heads „Old“ ziehen, alles ist insgesamt eher im langsameren Midtempo-Bereich angesiedelt, aber an der einen oder anderen Stelle zeigen die Herren auch, dass sie schneller können, wenn es der Song verlangt.

Das Songwriting besticht durch geradlinige Gitarrenarbeit, die durch ein auf den Punkt gebrachtes Schlagzeug direkt in die Nackenmuskulatur dringt, ohne einen Umweg durch den Langzeitspeicher zu machen, sprich: hört man die Songs, fühlt man sich dazu animiert, sofort mit dem Kopf mitzuwackeln und die ggf. vorhandenen langen Haare zu schwingen. Macht man die CD aus, muss man sich sehr stark konzentrieren, um auch nur ein Riff der Jungs wieder ins Gedächtnis zu bekommen, und genau das ist auch der Grund, warum ich mir das Album so oft angehört habe: mir gefällt grundsätzlich nahezu alles, was sie machen, aber nichtsdestotrotz ziehen die Songs an einem vorbei wie „eingeschränktes Parken“-Schilder, wenn man gar nicht nach einem Parkplatz sucht, sondern noch einige Kilometer zu fahren hat.

Technisch anspruchsvoll, aber nicht übertrieben frickelig, ist lediglich der Gesang stark limitiert, was aber kein negativer Kritikpunkt sein soll, denn der Frontmann der Österreicher hat ein Organ, das mich stellenweise an Mark von „Morgoth“ zu Odium-Zeiten erinnert.

Wenn INARCADIA es auf ihrer nächsten Scheibe schaffen, den Songs Wiedererkennungscharakter zu verleihen, haben wir es dann mit einem echten Metal-Kracher zu tun, der in erster Linie eins ist: zeitlos. Kein übertriebenes Trendsurfing oder ein verzweifelter Versuch, etwas besonders Ausgefallenes zu machen, hier wird einfach nur Metal gespielt, der von Herzen kommt.

Schreib einen Kommentar