Funeral For A Friend – Welcome Home Armageddon

‚Memory and humanity’ hat mich hoffen lassen, die EP ‚The young and defenceless’ war gefällig und hätte mich in der Form als Langrille erfreut. Was FUNERAL FOR A FRIEND jetzt aber mit ‚Welcome home Armageddon’ hinlegen, scheint sich den Titel im übertragenen Sinne zueigen zu machen: willkommen zu Hause mit Songs, die alles vernichten, was sich ihnen in den Weg stellt. Wer nach ‚Casually dressed’ von der Band nur noch vermeintliche Enttäuschungen erwartet hatte, wird nun eines klar besseren belehrt: FUNERAL FOR A FRIEND bringen ihr bislang härtestes Album raus!
Lasst euch einfach umhauen, wenn ihr den Silberling zum Rotieren bringt, denn wenn ich mit vielem gerechnet hätte, damit definitiv nicht! Gleich der eröffnende Song ‚This side of brightness’ macht klar, dass die Band möglicherweise Spaß bei ihrem Kommerzausflug hatte, nun aber wieder dahin zurückgeht, wo sie hergekommen sind. Als hätte man in der Zeit von 2003 bis 2011 lediglich technisch an den Instrumenten zugelegt und niemals ein ‚Tales don´t tell themselves’ veröffentlicht, hämmern sie uns die einzelnen Titel um die Ohren, mal ungewohnt schnell, dann wieder schleppend! Es wird natürlich wieder sehr viel gesungen, aber auch deftige Schreiparts finden wieder vermehrt Einzug in die Songs.
Die Produktion ist mal wieder ein sattes Pfund, vor allem Schlagzeug und Gitarren passen perfekt aufeinander und lassen jede feinste Nuance erkennen. Schwerpunktmäßig auf Gesang ausgelegt, macht das Album auch bei höheren Lautstärken eine gute Figur und fängt weder zu klirren noch zu dröhnen an. Aber das ist alles nur äußere Fassade, wen interessieren die Feinheiten in einer Produktion, wenn eine bereits verloren geglaubte Band zurück nach Hause findet?
‚Welcome Home Armageddon’ hat sich nach einem einzigen Durchlauf bei mir eingeprägt, findet in regelmäßigen Abständen den Weg zurück in meinen CD-Spieler, und hat schon jetzt im Post-Hardcore-Bereich seinen Platz unter den Top 10 eingenommen! Für mich qualitativ auf einem Level mit dem großartigen Thrice-Album „The artist in the ambulance“, bin ich gespannt, wie sie da mit ihrer nächsten Veröffentlichung noch eins draufsetzen wollen.
Einziger Wehrmutstropfen: bei der lediglich als Download-EP erhältlichen ‚The young and defenceless’ ließen sich FUNERAL FOR A FRIEND im Vorfeld von ihren Fans bezahlen: kauft jetzt die EP, wir gehen danach ins Studio und überraschen euch! So in etwa lief das ab. Diesmal hat man das genauso getan, und (jetzt kommt der Schlag ins Gesicht) gleich die Hälfte der EP-Songs („Sixteen“ sowie „Damned if you do, dead if you dont“) mit auf der Langrille verwendet! Schön für alle, die diese Songs nicht kennen, eine Frechheit, wenn man bedenkt, welches Vertrauen die Fans der Band geschenkt hatten. Zwar sind die verbleibenden zwei EP-Songs den Kauf weiterhin wert, nichtsdestotrotz könnte ich verstehen, wenn dies zu Unmut führen würde.
Abgesehen davon ist dies aber die beste Scheibe, die FUNERAL FOR A FRIEND in ihrer bisherigen Laufbahn veröffentlicht haben! Weiter so!

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