Vrgns – Manimals

Auch in Europa dürfte mittlerweile bekannt sein, dass amerikanischer Punkrock nicht nur im sonnigen Kalifornien produziert wird. Auch in Florida lässt es sich leben, und man muss nicht zwangsweise immer nur von HWM, LESS THAN JAKE oder AGASINST ME! sprechen, wenn es darum geht, die Szene vorzustellen.

Früher hießen sie VIRGINS. Heute zeigen sie sich befreit von Vokalen. Und die Punks, die ebenfalls in NEW MEXICAN DISASTER SQAD, NO FRIENDS und GATORFACE aktiv sind (bezeichnend für den skandalösen musikalischen Inzest, da macht es ja jeder mit jedem, und ständig kommen neue Platten dabei heraus), schmeißen mit „Manimals“ nun ihren Nachfolger zum 2008er Debüt „Miscarriage“ unters Volk.

Schönheitspreise werden nicht gewonnen, „Manimals“ ist trotz des besseren Sounds gegenüber seinem Vorgänger immer noch kein Hochglanzprodukt. Die Drums rumpeln und auch die Saiteninstrumente schrammeln ein wenig. Doch das ist letztendlich egal, denn hier wird mit Freude an der Sache den Helden aus den 80ern gehuldigt: DESCENDENTS und ADOLESCENTS stehen unüberhörbar Pate. Darüber hinaus sind aber auch modernere Referenzen herauszuhören, etwa in der Stimme, die doch angenehm an KID DYNAMITE und DILLINGER FOUR erinnert. Anspieltipps sind eindeutig „Hide and Seek“, „No longer Entertainment“ und „I´m innocent“.

Leicht angeraut und popig gleichermaßen wissen VRGNS mit „Manimals“ zu gefallen. Und wer jetzt meint „Mensch, das ist vielleicht was für mich“, der kann sich das Album auf der Label-Page von Kiss of Death Records gratis gegen eine Spendenbitte herunterladen. Und wer dann nicht zur egoistischen Gesellschaftsschicht zählt und etwas für kleine Labels, die wunderbare Musik veröffentlichen, tun will, kauft das Ganze anschließend auf farbigem Vinyl, denn CDs stellt das Label aus Tampa, FL schon lange nicht mehr her, die kauft nämlich keiner.

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