HellDeath Fest 2011 in Hildesheim

Ostersonntag! Ein perfekter Tag, um ein Konzert zu veranstalten. Wenn sich dann auch noch zwei der wichtigsten lokalen Online-Magazine zusammentun, um dies gemeinsam zu veranstalten, noch viel besser. Dass das dann obendrein noch hier in der näheren Umgebung passiert? Grandios! Und das Konzept, dass sowohl das Twilight Magazin als auch Gestromt.de jeweils 3 Bands beisteuern, die die Bühne unsicher machen sollen, ist ziemlich gut aufgegangen.

Den Abend vor sich langsam, aber stetig relativ gut füllendem Haus machten BETONENGEL aus Hildesheim. Vielleicht, um die lokale Szene anzulocken, vielleicht, um nicht gleich zu zeigen, was dieses HellDeathFest noch so in petto hat, merkte man recht bald, dass die Band mit ihrem doch recht simpel gestrickten Metal nur bedingt Anklang beim Publikum fanden.

Es folgte als Dreierblock die Auswahl von Gestromt. EMPYRA machten den Auftakt, recht brutaler Deathcore, der insgesamt enorm druckvoll war, jedoch zweierlei Probleme hatte: auf Dauer klingt nun einmal vieles in dem Genre gleich, und die Musiker auf der Bühne waren insgesamt fast schon zu aktiv mit auf der Stelle Joggen, hin und her springen, etc.
Es folgten STEVE FROM ENGLAND, die scheinbar genau die gleichen Probleme hatten, wenn auch aus einem anderen Genre kommend. Postcore? Hardcore? Irgendwo da würde ich sie einordnen wollen. Die Band hatte zu wenig Platz auf der Bühne und spielte spontan im Publikumsbereich, welches auch freiwillig selbigen räumte. Damit haben sie sich allerdings ein wenig ins eigene Fleisch geschnitten. Wer den Drang gehabt hat, zu tanzen, hatte einfach keinen Platz dafür. Ausserdem verhedderten sich die Instrumentenkabel dermaßen heftig, dass 2x pausiert werden musste, und man sich obendrein noch nen Kabelbruch einfing. Ansonsten musikalisch enorm solide, aber auch hier gilt: nach einiger Zeit klingt doch alles irgendwie ähnlich.
Als drittes dann ALIVE AT LAST. Leider, so muss man sagen, die erste Band, die einen eher unausgeglichenen Sound vom Mischer bekam. Der Bass, der beim Soundcheck noch viel zu laut war, war dann beim Auftritt nahezu unhörbar, gleiches gilt für die Gitarren, die überhaupt erst ab der Hälfte des Sets differenzierbar waren und entsprechend häufig gerade in den zweistimmigen Passagen nicht genau übereinander liefen. Dafür war das Schlagzeug unglaublich tight, und zwar von Anfang bis Ende.
Nun folgte mein persönlicher Höhepunkt des Abends: mit ATHORN hatte das Twilightmagazin ein goldenes Händchen. Perfekt aufeinander eingespielt, technisch unglaublich anspruchsvoll, mit dem besten Sound des Abends ausgestattet, trafen sie vielleicht nicht unbedingt den allgemeinen Geschmack des Publikums, aber zumindest spielerisches Können und Songqualität konnte niemand bestreiten.
Dass damit dann das Highlight des Abends gelaufen war, hatte wohl auch das Publikum gemerkt, dass sich zum Abschluss durch ENGRAINED relativ zügig verabschiedete. Die Oldschool-Rock´n´Roll-Hardcore-Jungs boten dem verbleibenden Publikum mit ihren Motörhead-ähnlichen Songs genau das, was diese brauchten, um den Abend ausklingen zu lassen.

Daumen hoch für die tolle Organisation und den äusserst gelungenen Zeitpunkt für dieses Festival, das sich hoffentlich renommieren wird, um eventuell dann im nächsten oder übernächsten Jahr gerne auch schon über zwei Tage zu gehen. Eine gelungene Mischung aus „traditionell“ und „jung und wild“ auf Seiten der Bands, und eine Location, die für diese Größenordnung perfekt geeignet zu sein scheint! Wir hoffen auf eine Wiederholung im nächsten Jahr!

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