El Alamein 1942 – Die Hölle des Wüstenkrieges

Kriegsfilme mit der Thematik 2. Weltkrieg sind schon immer zweischneidige Schwerter gewesen. Entweder, die Streifen haben überzeugt, oder wirkten seelenlos. EL ALAMEIN 1942 bietet mal eine interessante Betrachtungsweise, nämlich aus der Sicht einer italienischen Einheit in Afrika, deren größter Feind nicht einmal unbedingt die britischen Soldaten sind, sondern vielmehr Materialmangel und fehlende Trinkwasserreserven. Insgesamt etwas „handzahm“, werden hier nicht sonderlich viele Kampfhandlungen dargestellt, die Schrecken des Krieges werden aber nichtsdestotrotz perfekt eingefangen und dargestellt, ohne dabei reißerische Action zu bieten oder Unmengen an Blut zeigen zu müssen. Hier geht es eher um die nervliche und körperliche Belastung eines jeden einzelnen…

Der freiwillig zum Dienst angetretene Infantrist Serra muss sehr schnell feststellen, dass der von ihm so sehnlich herbeigewünschte Dienst für das Vaterland gar nicht so heroisch ist, wie er sich das vorgestellt hat. Das Lager nahe bei El Alamein, in das er abkommandiert wird, ist ein kleiner Haufen, der gnadenlos schlecht ausgerüstet ist und direkt an der Front hockt. Unter täglichem Bombardement der Briten auf den Angriff wartend, wird die Moral der Truppe durch schlechtes Trinkwasser und gelegentliche Scharmützel mit Scharfschützen immer weiter gebrochen. Lediglich der Wille, den Sieg nach Hause zu tragen, lässt die einzelnen Soldaten noch zur Waffe greifen, als dann der Großangriff kommt. Doch die Einheit ist chancenlos unterlegen und wird förmlich überrannt…
Doch anstatt danach nach Hause geschickt zu werden, beginnt für die wenigen Überlebenden ein brutaler Marsch durch das Frontgebiet, denn sie werden nun von A nach B versendet, um als Notreserve an den strategisch wichtigsten Punkten für Unterstützung zu sorgen…

Weniger als Actionspektakel angesiedelt als vielmehr ein Drama mit Kriegshintergrund, weiß der Film für sich zu überzeugen. Die Schauspieler machen allesamt eine hervorragende Arbeit, und auch die Landschaftsaufnahmen sehen wirklich eindrucksvoll aus. Da überrascht es einen auch nicht sonderlich, wenn es gerade die Gefechtsszenen sind, die irgendwie deplaziert und unwirklich herüberkommen, denn wie gesagt: in Sachen Action ist hier die Luft recht dünn.

Regisseur Enzo Monteleone zeigt mit EL ALAMEIN 1942 vor allem den Schrecken des Krieges und die Sinnlosigkeit des Unterfangens, einen Wüstenkrieg zu führen, wenn die Nachschubwege nicht gesichert sind. Historisch sehr dicht an den Tatsachen, kann man den Film auf jeden Fall als Nachhilfestunde in Geschichte verwenden, um sein Fachwissen „Afrikakrops unter der Führung von Rommel“ aufzufrischen. Zwar müsst ihr euch hier nicht die typischen Patriotismus-Floskeln amerikanischer Produktionen der Marke „Der Soldat James Ryan“ anhören, dafür verzichtet ihr bei diesem italienischen Streifen aber auch auf Hollywood-Action. Wer Kriegsfilme mag, wird hier sicherlich Gefallen dran finden, muss sich aber im klaren darüber sein, dass hier eher die leisen Töne regieren!

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