Sturm auf Festung Brest

STURM AUF FESTUNG BREST hätte eigentlich eher „Verteidigung von Festung Brest“ heißen müssen. Aus der Sicht der russischen Rotarmisten in der Festungsstadt Brest betrachten wir den Angriff der Deutschen Wehrmacht im Frühjahr 1941 als eine der ersten Kriegsoffensiven im Russlandfeldzug. Erzählt wird die Geschichte von dem kleinen Jungen Sashka Akimov, der zu dieser Zeit in der Armee als Posaunist im Musikkorps dient.

Überraschend greift die Deutsche Wehrmacht im Frühjahr 1941 die Festungsstadt Brest an. Eher von historischer als von taktischer Bedeutung, wollen die Deutschen eigentlich innerhalb von wenigen Stunden den Sack zu machen, jedoch gelingt es drei Offizieren in unterschiedlichen Teilen der Stadt, die entsetzten, überraschten Soldaten zu einem Widerstand zusammenzuhalten und den Vormarsch der Deutschen zum Stocken zu bringen.
Schnell wird klar, dass mit Unterstützung von außen nicht zu rechnen ist. Die Deutschen haben einen eisernen Ring um die Stadt gezogen, aus dem kein Flüchtling entkommen kann. Vor Kriegsgräueltaten schrecken die Angreifer nicht zurück und eröffnen auch auf Frauen und Kinder erbarmungslos das Feuer. Der Widerstand kämpft nicht nur mit Munitionsknappheit und Unterzahl, sondern auch technisch unterlegen sowie von Nahrungsmitteln und Frischwasser abgeschnitten.
Der Kampf um die Festung bleibt neun Tage lang in einer Pattsituation stecken, dann werfen die deutschen Truppen eine große Bombe auf die Stadt ab und bringen dadurch auch den restlichen Widerstand zum erliegen. Letztendlich durchforsten sie die Ruinen und bringen versteckte Widerständler um. Wer sich stellt, gerät in Kriegsgefangenschaft, oder wird exekutiert.

STURM AUF FESTUNG BREST ist ein Film, der vollgepackt ist mit russischem Propaganda, und in dem jeder deutsche Soldat die Inkarnation des Satans darstellt. Heroisch war die Verteidigung der Festung sicherlich, teilweise sind die Befehle der Offiziere allerdings auch als Himmelfahrtskommando einzustufen.
Als Antikriegsfilm ist dieser Streifen definitiv geeignet, zeigt er doch schonungslos und ungeschminkt, wie schrecklich Krieg sein kann, vor allem, wenn Zivilisten mit betroffen sind und sich nicht wehren oder ergeben können. Eine der Szenen, die wohl auch längerfristig im Hinterkopf bleiben wird, ist das Einrollen der deutschen Panzer in die Stadt Brest, bei dem sie über die zuvor erschossenen Flüchtlinge fahren müssen und im wahrsten Sinne des Wortes eine Schneise in die toten Körper walzen. Dieses Bild dauert nur wenige Sekunden, zeigt aber sehr deutlich, dass Krieg einfach nur grausam ist.

Regisseur Alexander Kott schafft es in dem Film leider nicht, über die gesamte Länge die Spannung aufrecht zu erhalten. Viel zu oft sehen wir von den Schreckenstaten gezeichnete russische Rotarmisten, die sich hinter Mauern verschanzen und darauf warten, dass die Deutschen wieder ein Stückchen vorrücken, viel zu oft sehen wir, wie die Rotarmisten einen Ausfall versuchen und jämmerlich im Kugelhagel der deutschen Maschinengewehre niedergemäht werden. Die in die Geschichte eingewobenen Einzelschicksale von kleinen Waisenjungen und frisch verliebten Pärchen sind zwar bewegend, allerdings nicht konsequent genug weiterverfolgt, als dass man mit den einzelnen Leuten mitleidet.

STURM AUF FESTUNG BREST hat viele Parallelen zu „Der Soldat James Ryan“, kann aber weder schauspielerisch, noch technisch noch spannungsmäßig mit diesem mithalten. Wer gerne Filme über den 2. Weltkrieg sieht, wird hier sicherlich einen der besten Filme aus russischer Sichtweise bekommen, mitsamt einer gehörigen Portion Patriotismus.

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