Die Schneekönigin

Mit DIE SCHNEEKÖNIGIN bringt Koch Media eine DVD auf den Markt, die eigentlich schon längst überfällig ist. Das bekannte Märchen von Hans Christian Anderson bekommt in dieser Fassung eine Generalüberholung, und mit Bridget Fonda in der Rolle der Schneekönigin ist das ganze obendrein noch klasse besetzt gewesen. Warum längst überfällig? Bereits 2002 gedreht als Fernsehfilm, gab es den Streifen schon mehrfach im Fernsehen zu sehen. Jetzt bringt man also einen Silberling raus für alle, die verpasst haben, auf Video oder Festplatte mitzuschneiden und die Geschichte so klasse fanden, dass sie sie unbedingt im heimischen Schrank stehen haben wollen. Alternativ natürlich auch für alle, die den Zweiteiler im Fernsehen verpasst haben. Wie auch immer: gut gelungen ist das Stück definitiv.
Worum geht es? Gerda verliert bei einem Wintersturm ihre Mutter auf tragische Weise und ist seitdem nicht mehr gut auf den Winter zu sprechen. Kai, der für ihren Vater arbeitet, ist in sie verliebt und macht ihr den Hof, prallt aber regelmäßig auf Widerstand, wenn er sie zu Aktivitäten im Schnee einladen will. Letztendlich schafft er es aber doch, sie zum Schlittschuhlaufen zu überreden. Auf dem Eis werden sie von einem Sturm überrascht, der Kai einen Eissplitter ins Auge weht. Ab diesem Zeitpunkt ist er wie ausgewechselt und verhält sich Gerda gegenüber gemein…
Dahinter steckt natürlich die Schneekönigin, die Kai zu ihrem willenlosen Gefährten machen will, damit er ihr einen Spiegel zusammenbaut. Wie man später erfährt, ist der Spiegel ursprünglich vom Teufel gemacht und verleiht übermäßige Kraft.
Gerda macht sich auf, um ihren Geliebten (denn natürlich ist sie seinem Charme eigentlich erlegen) zu retten, und trifft auf ihrer Reise auf die drei Geschwister der Schneekönigin, nämlich Sommer, Frühling und Herbst… Aber auch die haben andere Dinge im Kopf und wollen Gerda nicht so ohne weiteres davon ziehen lassen. Das Mädchen muss all ihren Mut aufbringen, um sich durchzusetzen und im Endeffekt der Schneekönigin gegenüberzutreten.

Ein bisschen Prinzessin Fantagiro, ein bisschen Narnia, ein bisschen Alice im Wunderland. Die Verfilmung von Regisseur David Wu hat es wirklich in sich. Bridget Fonda gibt eine perfekte eiskalte Schneekönigin, aber auch Jermey Guilbaut und Chelsea Hobbs machen ihre Sache wirklich gut.
Wenn man dem Film etwas anlasten möchte, so ist es die Tatsache, dass er doch die eine oder andere Länge hat. Zwar ergibt sich das automatisch, wenn man einen Fernseh-Zweiteiler dreht, aber auf DVD kurz hintereinander weg geguckt, zieht sich die Handlung dann doch ein wenig. Dennoch: Märchen- und Fantasy-Stimmung kommen voll auf, auch wenn der Anfang gar nicht danach aussieht, als könnte hier noch in irgendeiner Form Phantasie aufkommen…

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