Hautnah – Mörderisches Trauma

Dr. Tony Hill ermittelt in einem Mordfall als Sachverständiger, allerdings nicht wie gewohnt in England, sondern in Texas. Dass entsprechend DI Fielding nicht an seiner Seite steht, dürfte klar sein, und damit kann er auch nicht darauf bauen, dass seine manches mal etwas eigentümliche Art von allen toleriert wird. Warum man MÖRDERISCHES TRAUMA allerdings deswegen kurzerhand zum „Serienspecial“ erklärt und aus den sonstigen Staffel-Veröffentlichungen streicht, entzieht sich unserem Verständnis, denn abgesehen vom abweichenden Schauplatz und den damit einher gehenden Problemen sieht sich der „Film“ genauso an wie eine standardmäßige Folge der Serie.

In der kleinen Stadt Luther in Texas ermordet ein ehemaliger Soldat seine Frau und die Kinder. Dr. Hill, der den Mann schon einmal bei einem früheren Fall untersucht hatte (da allerdings noch in England), wird als Sachverständiger mit Vorkenntnis herangezogen, um zu diagnostizieren, ob Darius Grady unter einem posttraumatischen Schock gehandelt haben könnte oder aber im Vollbesitz seiner geistigen Kräfte gewesen sein könnte. Nachdem Hill zunächst erklärt, dass Grady aus dem Irak-Krieg keinen Schock mit nach Hause gebracht zu haben scheint, äußert er dennoch Zweifel an der Schuld des Angeklagten und beginnt, auf eigene Faust zu ermitteln. Dabei stößt er auf viele interessante Spuren. Als dann plötzlich ein ehemaliger Ermittler tot aufgefunden wird, ist für Hill klar, dass er wahrscheinlich eine richtige Vorahnung gehabt hat. Doch je dichter er dem wahren Täter auf die Spur kommt, umso gefährlicher wird es für ihn. Die anfänglichen Versuche, ihn lediglich wieder zurück in seine Heimat zu komplimentieren, werden mit der Zeit ernster, denn nun will man ihn mittels geschickt gestellten Fallen ins Abseits drängen.

Keine Frage: MÖRDERISCHES TRAUMA ist eine klassische (und zudem noch recht gute) Folge aus der Serie Hautnah – Die Methode Hill. So war sie ursprünglich konzipiert, so wurde sie ursprünglich veröffentlicht. Die Auskopplung als Spielfilm für die deutsche DVD-Serie ist unverständlich und eigentlich auch unnötig. Nur, weil die Besetzung ein paar Änderungen aufweist, die durch einen geänderten Schauplatz erklärbar sind, bleibt Tony Hill der Ermittler, den wir kennen. Hätte der Film jetzt eine Laufzeit von etwas über zwei Stunden gehabt, so wäre zumindest hier noch halbwegs eine Begründung geliefert worden, aber auch hier hat man es mit einer typischen Hill-Länge zu tun.

Sammler wundern sich vielleicht über die separat erhältliche Folge (die es ansonsten nur in der Komplettbox zu sehen gibt), vielleicht ärgern sie sich auch darüber, dass hier versucht wird, noch einmal ein wenig zusätzliches Geld zu verdienen, nichtsdestotrotz ist der „Film“ sein Geld wert und eine klare Empfehlung die die eigentlichen Serienstaffeln bereits besitzen und noch mehr davon sehen wollen.

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