The Nines

Es gibt bei manchen Filmen kein „naja“. Entweder, man liebt sie, oder man hasst sie. THE NINES scheint einer aus dieser Kategorie zu sein, allerdings kann ich mich bislang noch nicht entscheiden, zu welcher Gruppe ich selbst zähle. Mit einer Menge Fragezeichen im Gesicht lässt mich der Film am Ende stehen, dabei kann ich aber nicht sagen, dass ich die Zusammenhänge der einzelnen Episoden nicht verstanden hätte oder sonst irgendwie nicht wüsste, worum es bei dem Film geht. Es ist eher so, dass ich im Nachhinein nicht weiß, was der Film mir sagen wollte.

John August, der als Regisseur des ganzen agiert, schickt Ryan Reynolds, Hope Davis und Melissa McCarthy in drei Episoden (und gleichzeitig drei unterschiedlichen, aber irgendwie doch synonymen Rollen) in das Rennen um… Ja, worum geht es? Genau darin liegt die Schwierigkeit.
Episode 1 (The Prisoner): Schauspieler Gary (R.Reynolds) baut einen heftigen Unfall unter Alkoholeinfluss und wird anschließend zu Hausarrest verdonnert, bei dem ihm seine Managerin (M.McCarthy) Gesellschaft leistet. Er lernt hierbei die freundliche Nachbarin Sarah (H.Davis) kennen, die ihn allerdings auch irgendwie in Schwierigkeiten bringt…
Episode 2 (Reality Television): Gavin (R.Reynolds) ist Drehbuchautor. Als Star für sein neues Buch will er unbedingt Melissa McCarthy (Cameorolle), mit der er auch schon lange befreundet ist. Doch die Produzenten wollen jemand anderen, und seine Managerin (H.Davis) überzeugt ihn davon, Melissa rauszuwerfen…
Episode 3 (Knowing): Familienvater Gabriel (R.Reynolds) ist mit seiner Frau Mary (M.McCarthy) und seiner Tochter im Wald spazieren gewesen. Als der Wagen nicht wieder anspringt, macht er sich auf den Weg, um Hilfe zu rufen, denn mitten im Wald ist auch kein Telefonempfang. Unterwegs trifft er auf die Joggerin Sierrah (H.Davis), die ihm nach anfänglicher Skepsis aber helfen will…

Was vereint die drei Episoden miteinander, abgesehen von sich wiederholenden Besetzungen? Alle drei männlichen Hauptfiguren leiden an Halluzinationen, in denen sie sich selbst in einer völlig anderen Person sehen. Was steckt dahinter? Genau das ist es, was den Reiz des Films ausmacht. Genau darum dreht sich nämlich alles, und wird in einem unterhaltsamen, teilweise aber auch sehr merkwürdigen Stil dargeboten. Anfänglich wirkt alles wie ein Komödie, was durch Musical-mäßige Einlagen nur unterstrichen wird. Durch die Halluzinationen wird es dann aber doch ein wenig gruseliger, ohne aber richtigen Nervenkitzel aufkommen zu lassen. Teil 2 ist, wie der Titel schon vermuten lässt, wie eine Reality TV-Show gedreht, der letzte Part wirkt dann wieder wie ein „normaler“ Spielfilm… Und warum der Film nun ausgerechnet „THE NINES“ heißt? Das titelgebende Leitmotiv taucht immer wieder in den Episoden auf, und zum Ende von Episode 2 gibt es dann auch eine Erklärung, durch die der Film definitiv an Verständnisfähigkeit gewinnt, allerdings auch ein wenig seiner Spannung einbüßt.
Alles in allem sehenswert, sofern man sich auf eine ziemlich abgedrehte Geschichte einlassen kann…

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