Grand Theft Auto IV (Playstation 3)

Hallo! Mein Name ist Niko Bellic, und ich komme aus Osteuropa. Ich bin von dort abgehauen, weil ich mir in Liberty City eine große Zukunft erhoffe, die nicht von Gewalt wie in meiner Heimat und Kriegsverbrechen aus meiner Vergangenheit überschattet wird. Meine einzige Bezugsperson ist mein Cousin, der hier ein Taxiunternehmen leitet. Nun sitze ich hier in einem seiner Fahrzeuge, warte darauf, jemanden abzuholen, und stelle fest, dass im Radio ausser L.C.H.C. (Liberty City Hardcore) wie auch zu Hause nur Mist läuft… Aber schon jetzt frage ich mich, wie es dazu kommen konnte, dass ich eben jemandem auf die Finger getreten habe, der sich mit einer Hand am Dach eines mehrstöckigen Hauses festgeklammert und um sein Leben gefleht hat…
Wie es scheint, hat der Cousin ansonsten auch nur schlechten Umgang für Niko. Willkommen in Liberty City, einer Stadt, in der es vor Verbrechern, Taxis, Cops und Hotdog-Verkäufer nur so wimmelt! Was es über Story und Gameplay zu berichten gibt, ist schnell zusammengefasst: der osteuropäische Einwanderer wird sich langsam aber sicher in der Verbrechenshierarchie nach oben arbeiten, indem er Jobs für andere Leute übernimmt, vor der Polizei türmt, Leute über den Haufen fährt, Autos klaut, etc. Damit es aber nicht nur um das Abklappern von Missionen geht, stehen einem in GTA IV wieder alle Optionen zur Verfügung. Darten, Bowlen, Kabarett, Bars, Restaurants, mit Freunden treffen! Es gibt eigentlich nichts, was man nicht tun kann. Die Physikengine des Spiels ist erstaunlich. Alles verhält sich so, wie es sich in der Realität auch verhalten sollte (lediglich die Straßenlaternen fliegen eher wie Kegel durch die Gegend, wenn man dagegen fährt, statt erstmal das Auto heftig zu bremsen…). Autojagden durch die Straßen werden durch eine leicht schwammige Steuerung manches mal etwas anstrengend, aber wer keine Lust hat, selbst zu fahren, steigt einfach in ein Taxi oder die Straßenbahn. Die kleineren Aufträge sind durchweg abwechslungsreich, irgendwann wiederholen sie sich allerdings auch mal wieder. Die Charaktere haben alle ein Eigenleben, kleine Macken, und sind sofort liebenswert. Auch was die Detailverliebtheit in die Spielgestaltung betrifft, hat sich das Entwicklerteam ganz groß ins Zeug gelegt: die Straßen sind verstopft, auf den Bürgersteigen tummeln sich haufenweise Leute, die mit unterschiedlichsten Dingen beschäftigt sind. Großartig.

Die Grafik hierzu wurde schon vielseitig gelobt, an anderer Stelle aber auch scharf kritisiert! Und genau hier muss man eine Unterscheidung machen! Der Detailreichtum, was die Vielseitigkeit der Bildelemente in der Stadt ausmacht, ist erstaunlich! Kein Haus ähnelt einem anderen, überall sind Leuchtreklamen angebracht, stehen Mülltonnen vor der Tür oder ähnliches! Schaue ich mir diese vielen einzelnen Elemente aber im Detail an, stelle ich fest, dass sich durchaus mal Kanten pixelig darstellen, Konturen flimmern etc.

Die englische Sprachausgabe mit den vielen unterschiedlichen Akzenten macht dieses Spiel zwar unglaublich liebenswert, für Leute, die nicht so gut folgen können, wird das mitlesen der Untertitel aber zur Tortur… Hier hätte man unter Umständen noch eine Synchronisation mit anbieten können, auch wenn das natürlich ein riesiger Aufwand gewesen wäre. Gibt es sonst noch etwas zu berichten über dieses mega-gehypte Spiel? Spielspaß und Umfang des ganzen sind grenzenlos, die grafische Darstellung hätte an manchen Stellen besser sein können, und gerade am Anfang wartet man darauf, dass endlich etwas passiert. Fährt man dann versehentlich ein Polizeiauto an oder gerät durch ein ungeschicktes Bremsmanöver an einen falschen Ort, hat man gleich die halbe Polizei von Liberty City am Hals, die auch nicht vorm Schusswaffengebrauch zurückschrecken für solche Kavaliersdelikte. Fährt man direkt vor ihrer Nase eine Laterne um, ist das natürlich überhaupt kein Problem. Autos klauen oder Leute umbringen sollte man allerdings ebenfalls nicht direkt vor den Augen der Gesetzeshüter, auch das kann Ärger geben. Aber genau den sucht man ja eigentlich im Verlauf des Spiels. GTA IV ist schon äusserst suchtgefährlich, hat aber zwischendrin immer mal wieder einen kleinen Hänger, wo man sich wünschte, die Action würde ein wenig länger anhalten als immer nur für kurze Missionseinsätze, um dann wieder für minutenlange Autofahrten abzuflachen.

Jetzt haltet mich nicht länger auf, mein Cousin Roman hat gerade angerufen, dass ich einen Freund von ihm abholen soll. Also, man sieht sich irgendwo im Diners oder in einer Bar, beim Shoppen oder Bowlen. Wenn du natürlich ein schickes Auto besitzt, trifft man sich vielleicht aber auch auf der Straße beim Carjacking…
Achso, fast vergessen: GTA IV ist auch für XBox360 erschienen…

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