Star Trek (Xbox 360)

Passend zum Start in den Kinos bekommen wir das Spiel STAR TREK auf den Test-Tisch gelegt. Als Kirk oder Spock in jung durchlebt ihr eine Geschichte, die als kooperatives Abenteuer ausgelegt ist und euch gegen die Gorn kämpfen lässt. Ob wir es bei diesem Spiel mit einem lohnenden Zeitvertreib zu tun haben, oder das doch wieder nur Lizenz-Mist ist? Lest selbst.
Vorgewarnt aus Testberichten, die man im Vorfeld schon lesen konnte, schraube ich gleich beim Intro meine Erwartungen an das Spiel so weit wie möglich herunter. Urplötzlich, ohne wirkliche Erläuterung, was ich da tue, warum ich es tue etc., befinde ich mich direkt in einer Situation, wie sie im Spiel typisch ist: ich hocke hinter einer Deckung und warte darauf, selbst mal Schießen zu können. Dann explodiert scheinbar alles um mich herum, ich sehe, wie sich Spock und Kirk entgegenlaufen und, ja, ganz eindeutig, die wollen sich prügeln. Als der erste Schlag sitzt, macht das Spiel aber ein Break, zeigt kurz die Titeleinblendung und setzt dann an völlig anderer Stelle wieder an…
Verwirrung pur? Nicht so ganz. Ich war viel zu sehr von der sperrigen Steuerung und der wirklich unterdurchschnittlichen Grafik abgelenkt, um qualitativ zu sagen, welchen Eindruck diese Anfangsszene auf mich gemacht hat. Also stürze ich mich auch ohne dieses Wissen in die Schlacht (die übrigens komplett in Englisch gehalten ist und lediglich deutsche Untertitel bietet… Schon mal ein erster Schwachpunkt).
Egal, was ich auch tue, immer ist es die Technik, die mich hier verzweifeln lässt. Was von der Story her ein eigentlich ganz gutes Spiel hätte werden können, kränkelt dafür vollkommen, wenn es um die Präsentation derselbigen geht. Ob nun hölzerne Laufanimationen, eine mangelhafte Kollisionsabfrage, bei der ich mal durch meinen Teamkollegen Spock durchrennen kann, ihn dann auch mal plötzlich auf den eigenen Schultern stehen habe, und bei wieder anderer Gelegenheit auch nicht an ihm vorbeigerannt komme, wenn ich einen halben Schritt Luft zwischen ihm und Kirk lasse, merkwürdige Lichteffekte… STAR TREK wirkt wie ein Spiel aus der vorherigen Konsolengeneration, aber keinesfalls zeitgemäß.
Wo das Spiel kooperativ noch ein wenig mehr Spaß macht, sinkt der Spielspaß (so das überhaupt noch möglich ist), wenn ihr auf einen KI-Partner angewiesen seid. Statt sich einfach an das zu halten, was der Spieler vormacht, hat hier der KI-Kollege seinen ganz eigenen Kopf und will damit nicht immer den Lösungsweg gehen, den wir uns so vorstellen (bzw. teilweise auch nicht den, den sich die Programmierer vorgestellt haben, wenn der KI-Spock sich einfach nicht in Deckung begeben will, wenn es das Spiel so vorgesehen hat).
An manchen, seltenen Stellen unterscheiden sich die Missionen von Spock und Kirk. Da ihr die Spielfigur während des Spiels nicht wechseln könnt, bleibt euch eigentlich nur die Möglichkeit, das Spiel zweimal zu spielen, um alles erlebt zu haben, die Unterschiede sind aber so unbedeutend, dass dies nicht gerade einen Wiederspielwert darstellt.
Absolute Star Trek-Fans greifen hier ohne Zweifel zu und werden mit den genannten Abstrichen in Punkto Präsentation, Steuerung und KI leben müssen. Allen anderen sei dazu geraten, erst einmal reinzuschauen, ob man sich das geben will oder nicht, denn abgesehen von der Star Trek-Lizenz und der darauf basierenden
Story gibt es nur wenig, was man an diesem Spiel gelungen oder sogar richtig gut finden kann.

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