Blakvise – Firmament

Mit gut 3-monatiger Verspätung kommt es nun doch noch, das Review zur neuen Scheibe von BLAKVISE. ‚Firmament‘ heißt das Schmuckstück, und so viel sei vorab verraten: im direkten Vergleich zur EP ‚For all these days‘ haben die Jungs an allen Baustellen, die wir ihnen letztmalig noch hineininterpretiert haben, kräftig gearbeitet und ein Album herausgebracht, das facettenreich, lebendig und vor allem eigenständig ist. Ob das auch immer gut ist? Lest selbst.
Es scheint, als wäre BLAKVISE eine Band mit schizophrenen Tendenzen. Nicht das obligatorische „Metalcore-mit-Geschrei-und-Cleangesang“-Schizophren, sondern eher eine Art Schizophrenie, die sich auf ganze Songs ausbreitet. Schaltet man beliebig durch die Tracks, könnte man fast der Meinung sein, einen Sampler zu hören. Mal donnern die Herren los, dann sind sie wieder ganz ruhig, mal in Richtung „Experimentell“, mal Mainstream.
Die Produktion der Scheibe ist lebendig, aufgeräumt, nicht zu überladen und lässt allen Instrumenten und der Stimme genug Platz, sich zu entfalten. Das ist bei dieser Scheibe auch unglaublich wichtig.
Der Opener „Escape“ stellt erst einmal die Weichen, was wir so an „maximaler Härte“ zu erwarten haben. Überhaupt hat man das Gefühl, dass sich BLAKVISE auf der ersten Hälfte der Scheibe zunächst einmal austoben wollen, um dann mit dem mittig gelegenen Piano-Stück „Counting Stars“ die zweite, deutlich weichere und „anspruchsvollere“ Hälfte einzuläuten. Es sind vor allem Songs wie der auch schon als Video abgedrehte Song „The Warmth“, „Lightyears“ oder „It’s Over“, die dieser Scheibe zu ihrer Größe verhelfen.
Möchte man dann doch Parallelen zu anderen Bands ziehen, so fällt mir als erstes für den Kreischgesang Atreyus „Suicide Notes & Butterfly Kisses“ ein, aber musikalisch würde ich viel eher Namen wie The Beautiful Mistake oder Coheed And Cambria nennen.
Grundsätzlich würde ich mein Fazit von der „For all these days“-EP weiter unterstreichen. Damals habe ich empfohlen, mit mehr Pepp und Mut zum Extrem voranzugehen, da sowohl hart als auch zart gut klangen, der Mischmasch allerdings eher mittelprächtig war. Im Prinzip haben BLAKVISE genau das gemacht: die erste Hälfte der Songs (also so mehr oder weniger) hart, die zweite Hälfte zart. Sollte ich eine weitere Empfehlung abgeben sollen, so würde ich wahrscheinlich raten, sich eher auf die zweite Hälfte der Songs zu konzentrieren und in diese Richtung weiter zu machen, denn das hat meiner Ansicht nach definitiv mehr Zukunft und Potential, denn da bewegt man sich in Gefilden, in die sich nicht jeder Hinz und Kunz hin traut bzw. technisch befähigt ist, dort zu bestehen.

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