Vampira: 2: Der Moloch

Und hier folgt auch schon der zweite Teil der inzwischen zu Grabe getragenen Hörspielserie VAMPIRA. Die Serie um die Halbvampirin Lilith Eden hat leider nicht lange genug überlebt, um die Geschichte zu einem wenigstens halbwegs brauchbaren Ende zu führen. Oftmals wurde die schleppende Erzählweise und zähe Handlung kritisiert, sowie das eher weniger glaubwürdige erotische Element in der Serie.

Sicherlich ist in der Geschichte nicht allzu viel Fahrt gewesen, da kann man getrost zustimmen, dafür wurde aber eben auch auf Details geachtet, die Charaktere wurden sehr gut beleuchtet und klar herausgestellt. Somit kann man sich recht schnell mit den Figuren identifizieren und ihre Ängste und Gefühle besser verstehen. So kommt die eher unfreiwillige Macht, die Lilith Eden durch das vererbte Kleidungsstück besitzt, hervorragend zur Geltung. Man leidet förmlich mit ihr, wie sie merkt, dass sie nicht die 100%ige Kontrolle über ihre Kräfte hat und Angst hat, ihre Macht auszutesten.

Aus dem Wissen heraus, dass die Handlung eher als Momentaufnahmen zu verstehen ist, kann der Inhalt von ‚Der Moloch’ recht schnell erzählt werden; während Lilith Eden sich von ihren Feinden verfolgt sieht und die ersten Konfrontationen mit Vampiren überleben muss, gelingt es der Polizei, in ihr Geburtshaus einzudringen, obwohl dieses ja eigentlich weder Türen noch Fenster hat. Im Inneren des Gebäudes fällt der Ermittler allerdings dem Wahnsinn anheim, und die Schutzmaßnahmen sorgen dafür, dass auch die Beamten ausserhalb der Mauern leiden müssen. In einem Inferno versinkt das Gebäude im Boden.

Die parallelen Handlungsstränge sind gut nachvollziehbar und wirken leicht beschleunigend auf den sonst eher statischen Ablauf. Richtige Showdowns und Höhepunkte gehen leider auch in dieser Folge ein wenig unter, nichtsdestotrotz ist die Geschichte weiterhin unterhaltsam… Gegen die Produktion lässt sich im großen und ganzen nichts sagen, eher unvermutet trifft man auf Sprecher wie Bela B. Felsenheimer. Einziger wirklichlicher Kritikpunkt ist die Wiederverwendung von Sprechern aus der ersten Folge, jedoch diesmal in gänzlich anderen Rollen. Vielleicht ist dies mit einer der Punkte gewesen, die es den Leuten verdorben hat, der Serie die Treue zu halten.

Wir verlassen an dieser Stelle die Beobachterposition von VAMPIRA. Wen die beiden Rezensionen neugierig gemacht haben, der kann sich auf sechs weitere spannende Teile freuen, die dann leider ein jähes Ende finden. Aber wer weiß, vielleicht geht es ja doch irgendwann unvermittelt weiter mit Lilith Eden.

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