Die Arwinger: 3: Gewissensbisse

„Gewissensbisse“, so heißt nicht nur der dritte Teil und somit Mittelpunkt der Serie DIE ARWINGER, sondern diese Gewissensbisse bilden auch das Leitmotiv dieser Folge. Johann Torn, ehemaliger angehender Scharfrichter, der vor seiner ersten Tat geflohen ist, und nun für den Geheimbund der Arwinger tätig ist als Seeräuber und Schmuggler, sitzt weiterhin als Gefangener der Hanse im Kerker. Doch seine Gespräche mit seinem Kerkermeister zeigen, dass in Johann Torn ein guter Kern steckt und dass es sich bei ihm nicht um einen ruchlosen Räuber handelt.
Torn lernt Stück für Stück die Arbeiten eines modernen Piraten kennen. So ist es für ihn überraschend, dass die Arwinger gar keine Schiffe mehr auf hoher See überfallen, sondern stattdessen helle Leuchtfeuer am Stand entzünden, um andere Schiffe auf Untiefen laufen zu lassen und das Strandgut zu sichern. Wenn dabei die Besatzung des Schiffes an Land dezimiert werden muss, dann ist das nun einmal so.
Ebenfalls eine wichtige Einnahmequelle der Arwinger: Schutzgelder. Bei einem Auftrag, bei dem er Geld eintreiben muss, kommt es, dass Johann eine Frau versehentlich schlägt. Von Gewissensbissen geplagt, wird ihm geraten, sich an einen Priester zu wenden und zu beichten. Bei Pater Ignazius stößt Torn auf offene Ohren und bekommt den Rat, sich an seinen Kapitän zu wenden und den zu bitten, ihn nicht mehr für „Kampfeinsätze“ einzuteilen. Zu Torns Überraschung ist Bredeken gewillt, ihn als Adjutanten einzusetzen…
DIE ARWINGER gefällt von Folge zu Folge besser. Die Atmosphäre, die hier mittels Geräuschen, Musik und Sprachwahl aufgebaut wird, ist richtig klasse, die Geschichte wird mit jeder Minute, die wir hören, interessanter und verschachtelter. Man merkt deutlich, dass die jeweiligen Zeitebenen sich zu einem großen Ganzen zusammenfügen werden, das dann einen völlig neuen Sinn ergeben wird, und darauf freut man sich jetzt schon gewaltig.
Wer Lust hat, sich ein Piratenabenteuer anzuhören, das jenseits der „Fluch der Karibik“-Klamauk-Geschichten liegt und auch kein „Jo-Ho-und-ne-Buddel-voll-Rum“ benötigt, um zu überzeugen, ein Piratenabenteuer, das ganz deutlich für Erwachsene geschrieben wurde und nicht für kleine Kinder, der ist hier bestens beraten! DIE ARWINGER bieten alles, was ein gutes Hörspiel ausmacht, und das als fortlaufende Mini-Serie in fünf Teilen. Das sollte man sich nicht entgehen lassen.

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