Donots – Wake The Dogs

Mit „Coma Cameleon“ verkündeten die Donots 2008, endlich wieder sie selbst zu sein. Die Zeit, in der sie Verträge zu Gun Records (Sony) traktierten, seien jetzt vorbei. D-I-Y ist jetzt angesagt. Auf allen Kanälen. Es folgte 2010 „Long Way Home“. Eine gutes Album, das sogar im Titel noch einmal den Weg zu sich selbst thematisiert. Man könnte meinen, diese Platte springt, wenn die Donots 2012 immer noch davon sprechen, wie sehr sie jetzt da sind, wo sie hin wollen. Man könnte auch zynisch fragen, wie sie auf der anderen Seite genau jetzt wieder mit einem Major (Universal) kooperieren können.

Die einfache Antwort darauf ist „Wake The Dogs“. Denn dieses Album wirkt tatsächlich wie das Ziel dieses langen Weges. DAS sind die Donots. Und sie sind ein breites Spektrum. Das reicht inzwischen von groovigem, roughem Midtempo („Wake The Dogs“) über epische Chöre („Come Away With Me“), schnellen Punkrock („Control“) bis hin zu balladesken Hymnen („So Long“).

In „Born A Wolf“ hat Ingos Bruder Giudo wieder einen Auftritt am Mikro. Der Knollmann mit dem Quellmann im Mund, könnte man meinen, so undeutlich ist der Gesang leider. Catchy bleibt der Song dennoch.

Dass sich eine deutsche Punkrock Band seiner musikalischen Sozialisation bedient ist nichts neues. Was die Beasteaks spätestens seit „Smack Smash“ tun (man denke an „Hello Joe“), ist auch bei den Donots seit einiger Zeit zu beobachten. Was früher der sonnige, kalifornische Punkrock war, hat heute Gesellschaft von The Clash und Co bekommen. Und hier liegt auch der Schlüssel für die Vielfalt der Donots, für die Abwechslung, die sich bei den Konzerten ergibt. Zwischen „What Ever Happened To The 80es“ und „Wake The Dogs“ ist eben eine Menge Spielraum. Trotzdem positionieren sich die Donots weiterhin als (internationale) Punkrockband. Das beweisen auch die Gäste auf „Wake The Dogs“: Frank Turner ist Gast auf „So Long“, Joe Cape (Sänger von Lagwagon) ließt einige Zeilen in „Manifesto“.

Die Donots sind lockerer geworden. „Wake The Dogs“ hört sich weder angestrengt noch verkrampft an. Jeder Song kriegt seinen Sound, weil’s einfach am Besten passt. Wer braucht schon einen einheitlichen Albumsound? Hier und da darf es ironisch, fast klamaukig werden („You’re So Yesterday“, „Born A Wolf“). Eine Attitüde, wie man sie – man verzeihe mir diesen Vergleich ein weiteres Mal – von den Beatsteaks kennt und liebt. Sorry, aber Songs wie „I Don’t Wanna Wake Up“, würden mit Arnims Stimme in einem Set der Berliner kaum auffallen. Freuen wir uns also, dass die Donots die 1. deutsche Rockliga wieder fest im Visier haben!

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