Bad Ass

Auch, wenn man dem Film zugutehalten könnte, dass Danny Trejo in BAD ASS wahrscheinlich zum ersten Mal in seinem Leben eine nahezu altersgerechte Rolle spielt, will der Funke nicht wirklich überspringen. Als Selbstjustiz- ausübender Prügelknabe bewegt er sich mit der ihm eigenen Coolness durch die Szenen, allerdings schauspielert er dabei so hölzern wie selten zuvor. Das eigentlich traurige daran ist, dass er im Vergleich zum restlichen Cast richtig gut wirkt…
Frank Vega ist Vietnam-Veteran. Außer zu kämpfen hat er in seinem Leben nichts gelernt, entsprechend fristet er sein Dasein als Hotdog-Verkäufer. Eines Tages, Frank hat gerade erst das Haus seiner Mutter geerbt und ist entsprechend schlecht gelaunt, sitzt er im Bus, als ein älterer Mann von zwei Skinheads schikaniert wird. Frank greift ein, woraufhin er den Ärger der Skinheads auf sich lenkt. Allerdings hat er genug Kampferfahrung, um die beiden Rowdys in ihre Schranken zu weisen und ihnen eine ordentliche Tracht Prügel zu verpassen. Seine Heldentat wird von einem anderen Businsassen gefilmt, auf Youtube veröffentlicht und verhilft ihm zu lokaler Berühmtheit. Fortan ist er „Bad Ass“, ein richtig gemeiner Typ, der in der Nachbarschaft für Recht und Ordnung sorgt.
Als sein bester Freund ermordet wird und die Polizei eher untätig zuschaut, nimmt Frank die Sache in die eigene Hand und stellt sehr bald fest, dass hinter dem Mord eine Verschwörung steckt, die bis in die obersten Regierungskreise der Stadt reicht. Aber nicht nur die Recherchen in der Mordsache seines Freundes beschäftigen ihn, auch der prügelnde Ehemann seiner hübschen Nachbarin ist ihm ein Dorn im Auge, und durch seinen beschützenden Einsatz bahnt sich hier eine Liebesgeschichte an.
Gruselig. Die Geschichte ist absolut konstruiert und wirkt zu keinem Zeitpunkt authentisch, was durch die darstellerische Leistung der Schauspieler noch zunehmend unterstützt wird. Insbesondere das Techtelmechtel mit der Nachbarin nimmt schon fast Fremdscham-Züge an.
In den späten Achtzigern wäre BAD ASS sicherlich als gelungener Actionfilm gehandelt worden, da hat man auf schauspielerische Leistung ebenso wenig geachtet wie auf schlüssige Stories (wie sonst wären Jean-Claude Van Damme, Steven Seagal oder Michael Dudikoff so bekannt geworden?). Im Vergleich zu heutigen Actionfilmen fehlt es BAD ASS einfach in allen Bereichen an Klasse, und selbst Danny Trejo-Fans werden sicherlich nur wenig finden, was ihnen an diesem Streifen wirklich gefällt. Einzig der Witz mit dem perfekt gestutzten Bart (der irgendwie immer gleich und immer ungepflegt aussieht) ist ganz nett, das war es aber auch schon fast. In einer Nebenrolle ist Ron Perlman für wenige Szenen zu sehen, diese Parts hätte aber durchaus auch jeder andere Schauspieler übernehmen können, Perlman schafft es in der knappen Zeit kaum, seiner Rolle in irgendeiner Form Leben einzuverleiben.

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