Letzte Instanz – Ewig

Mit ‚Ewig‘ beenden LETZTE INSTANZ heute ihre Trilogie, die im Februar 2009 mit dem Album „Schuldig“ ihren Anfang nahm und im Oktober 2010 mit „Heilig“ fortgeführt wurde. Ganz stilsicher vereint man die Leitmotive der beiden alten Cover in dem neuen, als eine Art Jing und Jang stehen sich „Engel“ und „Teufel“ sinnbildlich gegenüber und schauen gemeinsam in die Ewigkeit…
Eigentlich kann ich mein Votum zum Vorgängeralbum nur wiederholen: die LETZTE INSTANZ kann richtig gute Songs schreiben, hat aber ganz klar die Neigung dazu, auch Songs zu schreiben, bei denen man sich fragt, ob die jemals ein Produzent zu Ohren bekommen hat und wenn ja, warum er der Band erlaubt hat, diese mit auf die Platte zu bringen. Die Produktion an sich ist vergleichbar druckvoll wie auch schon „Heilig“, und auch die Songzusammensetzung zeigt viele Parallelen.
Mit fünfzehn Nummern ist das ganze Werk natürlich schon ein Brett (und in den beiden unterschiedlichen Limited Editions gibt es jeweils noch einen bzw. zwei Bonustracks), aber hätte das wirklich sein müssen? Aeternitas ist mehr oder weniger ein Intro, das weder besonders spannend auf etwas hinarbeitet, noch klanglich viel offerieren würde. Der Aufbaucharakter wirkt beim Titeltrack „Ewig“ viel deutlicher, und damit macht das den Song auch gleich zu einem der kleineren Highlights auf ‚Ewig‘.
Kraftvoll geht es bei „Nur für uns“ weiter, um dann mit „Blind“ ein nettes Duett mit Gastauftritt von Eisblume zu bringen. Ein wenig kitschig, funktioniert aber und könnte durchaus Charts-tauglich sein.
„Regenbogen“ und „Wieder einmal rot“ ziehen ein wenig an einem vorbei, erst wieder „Tausendschön“ lässt aufhorchen, zumal der Refrain instrumental stark an HIM erinnert.
Nach zwei weiteren eher durchschnittlichen Nummern (wobei „Et in Arcadia Ego“ als Instrumental sogar noch ganz gefällig wirkt), macht man mit „Von Anfang an“ wieder einen Schritt in Richtung Rockolymp. Der Song wirkt ein wenig, als wäre es der letzte Song der Scheibe, entsprechend groß ist die Verwirrung, als es danach dann doch weiter geht. Falsch positioniert?
„Wo das Meer…“ zieht wieder etwas an einem vorbei, „Schuld“ ist aber gleich wieder klar besser und mit „Unterwegs“ gibt es noch einmal kraftvollen Rock! Mit „Sing!“ versucht man sich ein wenig an Rammstein zu orientieren (was aber nicht wirklich passen will), und „Mein Kind“ ist dann tatsächlich der Rausschmeißer.
LETZTE INSTANZ perfektionieren auf dieser Scheibe ihre Mischung von Rockinstrumenten und Streichern, das passt wirklich unglaublich gut zusammen, und gut die Hälfte der Songs macht ein grandioses Album. Die andere Hälfte lädt leider erneut zum Überspringen nach wenigen Augenblicken ein. Schade!

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