The Amity Affliction – Chasing Ghosts

THE AMITY AFFLICTION bringen mit ihrem neuen Album ‘Chasing Ghosts’ ein großartiges Album raus, soviel sei im Vorfeld verraten. Dass Metalcore sich weiterhin großer Beliebtheit erfreut, mag an so frisch wirkenden Scheiben wie diesen liegen, die eigentlich keinerlei neuen Elemente oder Ideen einbringen, dafür aber auch nicht versuchen, nach etwas anderem zu klingen, als sie sind. Dass man dann den Spagat zwischen harten Breakdown-Riffs mit Growl-Vocals und butterweichen Refrains mit schickem Cleangesang mit Leichtigkeit schafft, überrascht nicht weiter.
Die Herkunft aus Australien können die Herren nicht verbergen. Der Akzent ist einfach zu auffällig, und dabei so charismatisch. Man hat sofort das Gefühl, Men At Work würden Metalcore machen. Dieses Charisma drückt sich auch in Verkaufszahlen aus: in Australien ist ‚Chasing Ghosts‘ zwischenzeitlich auf Platz 1 der Albumcharts gerückt.
Für den hart-zarten Sound zeichnet sich Michael Baskette (u.a. Story Of The Year) als Produzent verantwortlich, und das kann man den einzelnen Songs teilweise auch anhören. Eine gewisse Ähnlichkeit in Sachen „Earcatcher“ liegt jedenfalls vor.
Textlich handelt die Scheibe hauptsächlich von Tod, Selbstmord, Vergänglichkeit, und darum, Trauer zu überwinden. Joel Birch, Frontmann der Band, geht hierbei teilweise sehr persönlich mit den Themen um. Die Songtitel der Scheibe geben allerdings nur bedingt Auskunft über deren Inhalt, eine Eigenart der Band, die sich im Laufe der Zeit entwickelt hat. „RIP Bon“ beispielsweise wurde anlässlich der nach Bon Scott getauften, kürzlich verstorbenen Katze von Basser und Cleansänger Ahren Stringer benannt, in „I heart HC“ geht es keineswegs um die Liebe zum Hardcore, sondern um die Initialen einer Publizistin, die in ihren Texten ein Leben nach dem Tod anzweifelt (und genau das ist die Kernaussage des Songs).
Zehn Songs, allesamt irgendwo im Midtempo angesiedelt, allesamt nach einem festen Schema F aufgebaut (Schrei-Strophe, Clean-Refrain, Breakdown), allesamt aber auch auf recht hohem Niveau. Über die gesamte Laufzeit der Scheibe irgendwann nicht mehr ganz so spannend, wie in den ersten Minuten, aber Abnutzungserscheinungen finden sich bekanntlich überall. Tolles Album, das in erster Linie von den beiden Sängern profitiert.

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