Himmel Arsch und Zwirn: Himmel Arsch und Zwirn

HIMMEL, ARSCH UND ZWIRN ist ein eigenständiges Kurzhörspiel des Labels Anime House, das gerade in Fankreisen an Bekanntheit dadurch gewinnt, dass es eine Hörspiel-Fortsetzung der Anime-Serie „Saber Rider“ mit den Originalsprechern herausbringt. Vorab startet man diesen Testballon, ein Hörspiel, das voll ist von flachem Humor, schlechten Sprüchen und platten, niveaulosen Kommentaren. Ob das unterhält?
Nunja, zunächst einmal wirkt HIMMEL, ARSCH UND ZWIRN sehr erzwungen. Alles dreht sich um den Chef einer großen Firma, der eigentlich chronische Arbeitsunlust hat, auf die Meinung seiner Untergebenen pfeift und absolut beratungsresistent ist, was den Besuch eines ehemaligen Angestellten betrifft, der jetzt beim Wettbewerb arbeitet. Dazu nervt ihn Gaby, die Leiterin der Buchhaltung, die gegenüber dem ehemaligen Kollegen besonders kritisch ist, und Mike aus der Marketingabteilung ist in seinen Augen eh nur ein verfressenes Schwein. Alles wird nur noch schlimmer dadurch, dass sein Sohn Jesse auch nichts alleine auf die Reihe bekommt. Deswegen will der Chef ihn ja auch bei der Konkurrenz ins Praktikum bringen. Und dann ist Lou Ziffer auch schon da, umgarnt seinen ehemaligen Chef und versucht, so viele geheime Informationen wie möglich zu erhalten…
Sind euch die Namensanspielungen aufgefallen? Ehrlich gesagt, bei mir hat es erst ein wenig gedauert, bis es Klick gemacht hat. Hier wird also der „Kampf“ zwischen Himmel und Erde in einer Bürosituation dargestellt. Der Chef und Lou verstehen sich prima, sind allerbeste Kumpels, und der Chef lässt auch nichts auf sein ehemaliges Schäfchen kommen, er sieht nun einmal nur das Gute in ihm. Warum nun „Gott“ und „Luzifer“ die ganze Zeit nur auf platte und schlüpfrige Sprüche mit möglichst vielen Schimpfworten setzen und versuchen, sich gegenseitig im Wettstreit zu besiegen, wer den dümmsten Kommentar findet, bleibt unklar. Und genau darin liegt die Schwäche.
Die Idee an sich ist gut. Man hat aber permanent das Gefühl, dass hier etwas erzwungen werden soll, und das nervt auf Dauer. Wie sagt man so schön? Manchmal ist weniger mehr, und das war sicherlich nicht auf den Punkt „Niveau“ bezogen, denn da wäre HIMMEL, ARSCH UND ZWIRN ganz weit vorne, wenn dem so wäre. Aber hätte man hier auf ca. 50% der Sprüche und Kommentare verzichtet, hätte man unter Umständen ein wirklich interessantes Hörspiel erschaffen können, insbesondere deswegen, weil sich keinerlei aus Hollywood-Synchronisationen bekannte Stimmen im Ensemble befinden und man entsprechend unbefangen an die Charakter-Vorstellung gehen könnte.
Die restliche Produktion ist simpel und ohne große Effekthascherei, was für das Szenario völlig in Ordnung ist, ab und zu hätte man sich aber schon noch ein wenig mehr Atmosphäre in den einzelnen Szenen gewünscht…

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