Fire with fire

Zweifelsfrei: einen Preis für eine besonders originelle Story wird FIRE WITH FIRE nicht erhalten. Das Thema: ein Mann, der bedroht wird, dreht irgendwann den Spieß um und zeigt, was eine Harke ist. Neu ist das keinesfalls, wirklich überraschend erzählt wird die Geschichte auch nicht, aber darauf kommt es im Endeffekt nicht an, denn nichtsdestotrotz ist die Handlung an sich spannend und gut inszeniert, dazu gibt es auch eine recht gute Besetzung, was will man also mehr?
Jeremy (Josh Duhamel) ist unter den Feuerwehrleuten seiner Einheit ein kleiner Held. Als er nach einem gefährlichen Einsatz mit seinen Kumpels an einer Tankstelle halt macht, wird er Zeuge eines Überfalls. Dabei werden der Besitzer und sein Sohn erschossen. Jeremy kann in letzter Sekunde entkommen und wendet sich an die Polizei. Bei einer Gegenüberstellung, bei der er den Mörder Hagan (Vincent D´Onofrio), einen Gangsterboss mit rechtsradikalem Hintergrund, identifizieren soll, überrascht der mit Jeremys Sozialversicherungsnummer und Adresse, eine ganz klare Drohung. Doch Jeremy lässt sich nicht einschüchtern und geht ins Zeugenschutzprogramm, zumal er auch keine Verwandten hat, über die er erpressbar wäre.
Zu dumm nur, dass er sich im Rahmen des Zeugenschutzes in eine seiner Beschützerinnen (Rosario Dawson) verliebt. Als Hagan später anfängt, Jeremys Kollegen zu attackieren und einen Killer auf ihn und seine neue Freundin anzusetzen, beschließt Jeremy, dass es nur einen Ausweg aus dieser Situation gibt: da er derzeit im Rahmen des Zeugenschutzes nicht im Polizeisystem erfasst ist, muss er Hagan zuvor kommen und ihn und seine Leute unschädlich machen, auf eigene Faust und auf sich allein gestellt.
Ihr wundert euch, warum die auf dem Cover so plakativ angeordneten Bruce Willis und Curtis „50 Cent“ Jackson nicht in der Rahmenhandlung auftauchen? Ganz einfach: Willis spielt einen Cop, der schon lange hinter Hagan her ist, in der Handlung aber eigentlich genauso gut hätte weg gelassen werden können, und „50 Cent“ ist ein Gangster, an den sich Jeremy wendet, um eine Waffe zu kaufen. Beide Rollen sind überzeugend gespielt, hätten aber jeweils auch durch irgendeinen x-beliebigen anderen Schauspieler übernommen werden können, ohne großartig viel anders zu machen. Okay, zugegeben: ein gewisser Bruce-Willis-Coolness-Bonus ist durchaus gegeben, aber das wirkt eigentlich nur, dass man der Figur etwas mehr Raum gewünscht hätte bzw. den gesamten Film über darauf wartet, dass Willis endlich seinen großen Auftritt bekommt.
Alles in allem hat der Film durchweg überzeugt und auch angenehm unterhalten. Regisseur David Barrett holt das Beste aus der Story raus, aber wie bereits mehrfach erwähnt: einen Blumentopf für Originalität bekommt FIRE WITH FIRE nicht. Die FSK 18 ist aufgrund diverser harter Bilder absolut gerechtfertigt, wobei hier nicht blutgierig oder schonungslos vorgegangen wird, sondern vielmehr für nur wenige Sekunden brutale Realität gezeigt wird. Ob das allerdings zwangsweise notwendig war, ist fraglich.

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