Mystery Men

Sie sind die MYSTERY MEN (okay, das wird erst ganz zum Schluss des Films festgelegt). Mr. Furious, der Schaufler und der blaue Raja sind es leid, dass ständig Captain Amazing die Lorbeeren dafür erntet, die Verbrecher in Champion City dingfest zu machen, dabei leisten sie doch auch einen wichtigen Beitrag. Regisseur Kinka Usher erschuf vor 13 Jahren einen urwitzigen Comichelden-Film, der sich selbst an keiner einzigen Stelle ernst nimmt. Dabei hat er eine unglaublich gute Besetzung zusammengetrommelt. Warum der Film trotzdem nicht ganz überzeugen konnte? Lest selbst…
Mr. Furious (Ben Stiller), der Schaufler (William H. Macy) und der blaue Raja (Hank Azaria) haben die Nase voll: ständig platzt in ihre Stadtbefreiungs-Aktionen Captain Amazing (Greg Kinnear) dazwischen, bekommt das komplette Lob und lässt sie wie Idioten dastehen. Doch Aufgeben kommt für das Dreiergespann mit den außergewöhnlichen Superhelden-Fertigkeiten (Mr. Furious ist ungezügelt in seiner Wut wie der Hulk, allerdings ohne sonstige Nebenerscheinungen wie besondere Kraft oder ähnliches, der Schaufler kann besonders gut mit Schaufeln umgehen, und der blaue Raja (dessen Kostüm nahezu kein blau beinhaltet) kann äußerst Präzise mit Silberbesteck werfen, welches er aus der Schublade seiner Mutter entwendet) nicht in Frage.
Als Captain Amazing dann tatsächlich von Oberschurke Casanova Frankenstein (Geoffrey Rush) gefangen wird und dieser damit droht, die Stadt in Schutt und Asche zu legen, ist ihre Stunde gekommen. Zusammen mit ein paar weiteren Rekruten, namentlich der Bowlerin (Janeane Garofalo), die mit ihrer Bowlingkugel unglaublich gut umgehen kann, dem Spleen (Paul Reubens) mit seinen Furz-Angriffen und einem Jungen, der sich unsichtbar machen kann, wenn keiner hinschaut, geleitet von der Sphinx (Wes Studi) machen sie sich auf, um Captain Amazing zu befreien und Casanova Frankenstein das Handwerk zu legen…
MYSTERY MEN ist in seinem Humor sehr häufig unglaublich flach, aber genau daraus zieht der Streifen auch seinen Charme. Ernst nehmen kann man das leider alles überhaupt nicht, hier wird unglaublich starkes Overacting betrieben, allerdings mit Absicht, die Effekte sind nicht gerade berauschend, die Kulissen wirken wie Pappmaschee von vor 30 Jahren… Aber all das passt einfach perfekt in die Gaga-Story, die lächerlichen Spezialfertigkeiten der Superhelden machen in Summe wieder absoluten Sinn, und auch die Gegenspieler der Superhelden sind absolute Klischee-Gruppierungen. Wer auf Superhelden-Filme steht, der wird mit dieser Satire sehr viel Spaß haben, spätestens dann, wenn die MYSTERY MEN plötzlich doch entdecken, dass ihre speziellen Kräfte tatsächlich zu etwas nützlich sind… Eine Trash-Parodie, die sich gewaschen hat und obendrein mit einer ganzen Handvoll guter Schauspieler besetzt wurde, die in ihren Rollen offenkundig viel Spaß gehabt haben, und zwar nicht trotz, sondern gerade wegen der erschreckend miesen Story!

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