Thränenkind – The Elk

thraenenkind_the_elkEs regnet in Strömen! Perfektes Wetter, um eine Rezension zu THRÄNENKINDs Album „The Elk“ zu schreiben und nebenbei noch einmal die Songs zu hören. Was uns Lifeforce Records hier eigentlich als Black Metal verkaufen wollen, funktioniert in diesen Gefilden wahrscheinlich überhaupt nicht und wird dort in der Szene kaum Anklang finden. So gesehen also ein schrecklicher Fehler, unter dieser Flagge zu segeln, es sei denn, man möchte keine Alben verkaufen, denn Black Metal ist für viele schon vom Genre her eine abschreckende Maßnahme, sodass mancher wohl gar nicht erst reinhören wollen würde. Was aber ist THRÄNENKIND dann?

Eine schwierige Frage! Man stelle sich folgendes vor: wenn ‚Wildhoney‘ von Tiamat der Frühling war, dann ist ‚The Elk‘ der Herbst! Irgendwo zwischen solch sphärischen Klangkonstruktionen, mit einem Hauch Ghost Brigade angereichert, klingt die eine Seite von THRAENENKIND. Aber die Band hat noch viele andere Seiten, die sie uns präsentieren. So kommen mir auch Vergleiche mit Anathemas ‚The silentenigma‘ in den Sinn, wobei der Gesang jeweils komplett anders ist. Hier bemüht man sich am ehesten noch, Blackmetal-Anhänger zu finden, allerdings auch nur noch geringfügig. Eher klingt dies nach einem Blackmetal-Sänger, der in Hardcore-Gefilde übergewechselt ist.

‚The Elk‘ besticht durch seine vielen ruhigen, melancholischen, langzeitig auch rein instrumental gehaltenen Parts, die weniger wie richtige Songs wirken, als vielmehr wie ein Soundtrack für einen sehr düsteren Film, schwarz-weiß gehalten, einer der Sorte, wo draußen immer schlechtes Wetter ist, die Schauspieler irgendeinen Schmerz zu verarbeiten haben und wenig sprechen. Diese Sorte Filme, die manchmal bei Arte laufen.

Und dieser Vergleich ist gar nicht mal schlecht, denn musikalisch ist THRÄNENKIND sicherlich keine leichte Kost, wollen sie aber auch eindeutig nicht sein. Hier wird man zum Zuhören erzogen. Wer das nicht tut, an dem läuft dieses 13-Song-Machwerk vorbei. Und es gibt jede Menge zu entdecken.

Als wäre das nicht schon genug auf dem Haben-Konto, gibt es noch zu vermelden, dass klanglich hier keine Wünsche offen bleiben und ‚The Elk‘ zu allem Überfluss auch noch ein Konzeptalbum ist, das sich auch textlich dem Zuhörer offenbart, so dieser sich darauf einlassen will. Ganz großes Album, das aber wahrscheinlich leider kaum Aufmerksamkeit bekommen wird, weil es eben nicht den schnöden 0-8-15-Geschmack anspricht!

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