Katatonia – Dethroned and uncrowned (Kscope)

katatonia_dethroned_and_uncrownedIhr habt unsere Kritik zu „Dead End Kings“ gelesen? Ich könnte mich jetzt quasi endlos zitieren, und in manchen Bereichen geht es auch gar nicht anders, als sich zu wiederholen. KATATONIA liefern mit „Dethroned And Uncrowned“ quasi den gestürzten Sackgassenkönig vor. Entthront und ent-krönt, damit ist schlicht und ergreifend gemeint, dass man den Songs des grandiosen Vorgängers einen Teil genommen hat, nämlich Schlagzeug, verzerrte Gitarren sowie E-Bass und damit das, was wir kurz als „Druck“ zusammenfassen könnten. Stattdessen werden die Songs komplett neu arrangiert, mit Akustikgitarren, Piano und Synthesizer-Streichern. Sehr ruhig, aber dennoch von unglaublicher Größe!
Atmosphärisch wird hier tatsächlich durch die Entzerrung und Zurücknahme der Dynamik noch eine weitere Schippe Kohlen aufs Feuer gelegt. Noch emotioneller, noch bedrückend schöner, träumerisch, überwältigend. Will man dem Album etwas vorwerfen, so ist es höchstens, dass man mit der Zeit, wenn die Scheibe so nebenbei läuft, irgendwann dazu übergeht, eher weg als hin zu hören. Aber „Dethroned And Uncrowned“ ist definitiv auch nicht dafür gemacht, nebenbei gehört zu werden. Wartet auf einen regnerischen Tag, auf ein Gewitter, oder auch einen lauen Frühherbst-Abend, an dem Wolken und Sonne unglaublich schöne Bilder an den Himmel zaubern, und dann setzt euch vernünftige Kopfhörer auf und schaltet das Album ein und macht es euch auf der Fensterbank gemütlich. Besser geht das glaube ich nicht!
Damit sollte eigentlich alles gesagt sein, was man zu dieser Scheibe schreiben kann. Stellt euch auf unglaublich seichte Klänge ein, fast schon Fahrstuhlmusik-tauglich. Mit einem solchen Set ein Konzert zu geben, wäre eine Veranstaltung, die man vielleicht sogar auf Arte zeigen würde. Für sich schon ein kleines Meisterwerk, das umso eindrucksvoller wirkt, wenn man sich darüber klar wird, wie diese elf Songs ursprünglich geklungen haben. Schaut man sich die gesamte Diskographie der Band an, so ist es erstaunlich, was für eine Entwicklung man hier geschafft hat. Grandios!

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