Scar The Martyr Scar the martyr (Roadrunner Records)

Scar_The_Martyr_Scar_The_MartyrSCAR THE MARTYR, das ist das neue Projekt von Joey Jordison, bekannt für seine Arbeit als Drummer bei “Slipknot”. Hier trommelt er nicht nur, sondern hat auch gleich noch den Bass sowie den Großteil der Rhythmusgitarren eingespielt. Ihm zur Seite steht Sänger Henry Derek, der mit Jordison zusammen auch die Songs geschrieben hat, weitere Unterstützung gibt es durch den Nine Inch Nails-Keyboarder Chris Vrenna sowie den Strapping Young Lad-Gitarristen Jed Simon sowie den Darkest Hour-Gitarristen Kris Norris. Produziert wurde SCAR THE MARTYR von Rhys Fulber, der schon mit Bands wie Fear Factory, Rob Zombie oder Front Line Assembly gearbeitet hat. Genug große Namen für ein wirklich großes Album?
Ich wollte mir SCAR THE MARTYR wirklich schön reden. Das hätte sicherlich auch funktioniert, wenn man nicht permanent im Hinterkopf hätte, was da für Leute gerade arbeiten. Permanent sucht (und findet) man die Parallelen zu Slipknot, man meint, Korn-Anleihen herauszuhören, dann sind da Passagen, die so auch von Fear Factory sein könnten, und selbst Stone Sour klingt durch… SCAR THE MARTYR versuchen zu sehr, sich anzubiedern. Nein, halt, das ist eine Unterstellung. Vielleicht tun sie das gar nicht bewusst, vielleicht ist es einfach nur ein Zufall, dass das alles nach einer „so-wie“-Band klingt.
Der Haken an „so-wie“-Bands: sie klingen nicht eigenständig. Selbst Henry Derek klingt nicht wirklich eigenständig. Die Mischung aus modernem Rock-Metal mit ein wenig Industrial-Einsatz ist nicht frisch, und die Interpretation des Ganzen ebenfalls nicht. So eingängig und nett die Songs auch klingen, sie bieten keine wirkliche Innovation. Und dann gelangen wir zur zweiten Problemschwelle von „so-wie“-Bands: wenn die Band schon so klingt wie eine andere, dann muss sie das auch in gewisser Weise besser oder interessanter machen. Das Gefühl habe ich bei SCAR THE MARTYR nicht direkt. Alles gute Songs, keine Frage, aber wenn ich die Slipknot-Aggressivität haben will, dann höre ich mir eben Slipknot an, wenn ich Stone Sour hören will, dann mach ich halt die an. Alles in allem ist SCAR THE MARTYR mit Sicherheit kein schlechtes Album, aber das, was es da auf die Ohren gibt, habe ich alles schon irgendwo anders schon einmal gehört, und da fand ich es jeweils spannender, weil es da neu war.
Wer Slipknot oder Stone Sour oder beide mag, der wird auch diese Scheibe bestimmt nicht schlecht finden. Die Industrial-Einflüsse sind zwar jederzeit vorhanden, nehmen aber niemals Überhand. Alles in allem eine rockige New-Metal-Platte, die selbstverständlich eine wirklich gute Produktion erfahren hat und auch so klingt, bei der die Songs es aber leider nicht deutlich über das Mittelmaß schaffen.

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