New Found Glory – Kill It Live (Universal)

New-Found-Glory-Kill-It-Live-e1381238097865Punkrock versteht sich ja grundsätzlich nicht so gut mit Best-Of-oder Live-Alben. Ersteres wegen der immer brodelnden Sell-Out Vorwürfe, letzteres, wegen der Soundqualität. Rotzige, schnelle Beats kommen live schön, wenn man selbst dazu schwitzt, aber konserviert und über Kopfhörer im Bus? Eher selten. New Found Glory bringen dieser Tage ihr erstes Live-Album nach knapp 15 Jahren Bandgeschichte auf den Markt. Gesprickt mit Hits, trotzdem ist „Kill It Live“ nicht nur die Live-Version vom 2008er Best-Of Album.

Aber was macht ein Live-Album aus? Es geht um den goldenen Weg zwischen Hörkomfort und dem zu transportierten Gefühl. Das ist beim Punkrock nun mal schnell, krachig und schwitzig. Keine guten Bedingungen für einen glasklaren Sound. Auf „Kill It Live“ gibt es viele Momente, wo der Mittelweg ziemlich golden ist. „My Friends Over You“ wird quasi von einem reinen Zuschauerchor eingeleitet, den Refrain-Einstieg bei „All Downhill From Here“ brüllt jede Kehle im Raum, ebenso „At Least I’m Known For Something“. Das macht einfach Spaß. Doch an einigen Stellen hört man kaum, dass überhaupt Publikum im Raum ist. Klar, bei Applaus, Ansagen, Wohoo- und Mitklatsch-Teilen hört man, dass die Band nicht in einem Studio steht. Doch bei Songs wie „Sonny“ oder „Boy Crazy“ lassen einen einzig die von der Band selbst eingeworfenen „Alright“s und „Let’s Go“s auf eine Konzertsituation schließen. Nichts gegen den klaren Instrumentensound, auch die Band weiß ihre Instrumente zu halten, aber dann doch lieber die Studioversion.

New Found Glory war nie nur einfacher Pop-Punk. Sie hatten (nicht zuletzt wegen ihrer zahlreichen Nebenprojekte) immer einen Hardcore-Einschlag. Nur konsequent, dass es auch Songs wie „Tip Of The Iceberg“ mit Uptempo-Beats und moshigen Teilen auf die Setlist geschafft haben.

In den Momenten, die die Stimmung transportieren, ist sie intensiv. Wie während der Ansage zu „Coming Home“, wo New Found Glory amüsiert von dem Moment erzählen, als sie sich das Intro-Riff zum Ersten Mal vorgespielt haben – und, dass es auch „a thousand million times“ später noch Spaß macht. Man hört’s!

Alles in allem also ein gutes Live-Album. Ein guter, angemessener Querschnitt durch die vielen Platten. Mir wäre es aber lieber, wenn sie in Zukunft weiter gute „reguläre“ Alben veröffentlichen und endlich regelmäßiger in Deutschland touren würden. Denn selbst zu „Don’t Let Her Pull You Down“ und Co. schwitzen ist immer noch am schönsten!

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